Unter dem sehr allgemeinen Begriff «Kaninchen» versteht man gewisse langohrige Hasenartige. Sie sind Pflanzenfresser. 

  1. Klassifizierung
  2. Biologische und physiologische Besonderheiten
  3. Haltungsbedingungen
  4. Ernährung

Klassifizierung
Klasse Säugetiere
Ordnung Hasenartige
Familie Leporiden
Gattung Oryctolagus
Arten

Oryctolagus cuniculus (Hauskaninchen oder Wildkaninchen oder Europäisches Kaninchen )

Sylvilagus (amerikanisches Kaninchen)

 

Das Kaninchen ist kein Nagetier, denn es hat nicht die gleiche Anzahl oberer Schneidezähne und nicht die gleiche Anzahl Zehen!

 

Biologische und physiologische Besonderheiten

Die Lebenserwartung des Kaninchens liegt zwischen 6 und 10 Jahren; der Langlebigkeitsrekord beträgt 15 Jahre. Seine Temperatur schwankt zwischen 38.2 und 39.4 °C. Es ist normal, dass das Herz des Kaninchens schnell schlägt, im Durchschnitt 270 Schläge/Min. Es frisst kleine Mengen 2-3 Mal pro Tag. Es betreibt die Caecotrophie (das erneute Aufnehmen des weichen, hell gefärbten Kots zur besseren Aufnahme von Vitaminen). Der Urin der Kaninchen hat einen von Natur aus starken Geruch. Die Farbpalette ist breit und kann von einer trüben, gelblich-weissen Farbe über braun oder orange bis manchmal rotbraun reichen.

Die Zahnformel setzt sich wie folgt zusammen:

Schneidezähne

Eckzähne

Prämolaren

Molaren

Oberkiefer

2

0

3

3

Unterkiefer

1

0

2

3

 

FORTPFLANZUNG

Was die Fortpflanzung betrifft, erreichen die Männchen die Geschlechtsreife zwischen 3 und 6 Monaten. Ihre Hoden sind beweglich. Die Weibchen sind zwischen 4 und 8 Monaten geschlechtsreif, ihre Gebärmutter hat 2 Hörner. Die Paarungszeit dauert das ganze Jahr. Die Trächtigkeit beträgt 30-32 Tage. Zwergkaninchen können 2 bis 5 Junge pro Wurf haben, und die sogenannten grossen Rassen können bis zu 10 Junge pro Wurf haben. Um all diese kleine Schar zu ernähren, verfügen sie über 4 Paar Zitzen.

Warum Kaninchen kastrieren und sterilisieren?

  • Sterilisierte Kaninchen sind gesünder und leben länger als nicht sterilisierte Kaninchen.
  • Sterilisierte Kaninchen sind bessere Gefährten.
  • Wegfall der belastenden Verhaltensweisen.
  • Sterilisierte Kaninchen tragen nicht zum Problem der Überpopulation der Kaninchen bei.
  • Sterilisierte Kaninchen können gefahrlos Spielgefährten haben.
  • Sterilisierte Kaninchenweibchen haben kein Risiko einer Endometritis mehr.
  • Die Kastration und die Sterilisation der Kaninchen sind zu sicheren Eingriffen geworden, wenn sie von einer auf Kaninchen spezialisierten Tierärztin oder einem spezialisierten Tierarzt durchgeführt werden.
Haltungsbedingungen

Das Kaninchen muss zu zweit oder in einer grösseren Gruppe leben. Ideal ist ein Paar aus kastriertem Männchen und Weibchen. Entscheidet man sich, 2 Kaninchen desselben Geschlechts aufzunehmen, sollte man sie aus demselben Wurf nehmen.

Es markiert sein Revier, indem es Nasenrücken oder Kinn an den Möbeln reibt. Für ein gutes Leben sollte der Käfig des Kaninchens in einer ruhigen Umgebung stehen, deren Raumtemperatur zwischen 18°C und 20°C schwankt. Das Kaninchen reagiert empfindlich auf Veränderungen seiner Umgebung. Der Käfig muss mindestens 2m2 messen, idealerweise 4 m2 für 2 bis 4 Kaninchen. Es kann auch frei leben.

Als Einstreu kann man Heu, Stroh, Baumrinde oder handelsübliche Einstreu verwenden. Sie muss einfach trocken bleiben. In den Kasten kann man Holzstücke oder Zweige (Haselnusssträucher, unbehandelte Obstbäume) zum Abnutzen der Zähne legen.

Verstecke oder Rückzugsorte sind unerlässlich, ebenso Ruheflächen.

Ernährung

Das Kaninchen ist ein Pflanzenfresser; seine Ernährung muss zu mindestens 70% aus Heu bestehen, das die Zähne abnutzt und eine gute Verdauung fördert. Das Kaninchen muss unbedingt unbegrenzt Zugang dazu haben.

Grünfutter muss täglich gegeben werden (8 bis 10% des Körpergewichts des Kaninchens). Dunkelgrünes Blattwerk bevorzugen, das die Zähne besser abschleift.

  • Beispiele für Grünfutter: Küchenkräuter, Stangensellerie, Radieschen- und Rübenblätter, Karottengrün, Endivien, Löwenzahn, Karotten, Peperoni, Eichblattsalat.

Früchte und Leckerbissen sind höchstens 1 bis 2 Mal pro Woche zu geben. Kaninchenpellets müssen rationiert und dürfen keinesfalls unbegrenzt gegeben werden. Grasextrudate sind interessant, Körner sind gänzlich zu vermeiden.

Man darf ihm Folgendes nicht zu fressen geben:

          – Süssigkeiten, Schokolade

          – trockenes Brot

          – Bonbons

          – Zwiebel

          – Kartoffel

          – Hahnenfuss (Butterblume)

          – Fingerhut

          – Herbstzeitlose

          – Klatschmohn

          und Zimmerpflanzen.

Als Getränk braucht es sauberes Wasser, das täglich erneuert wird.

FIXIERUNG

Eine Hand unter die Brust und eine unter das Gesäss. Am besten ergreift man es jedoch, indem man es fest an der Haut der Schultern oder des Rückens fasst. Was man nicht tun darf, ist, es an den Ohren oder an den Hinterläufen zu halten. Nervösere Tiere kann man in ein Tuch einwickeln. Kleine Kaninchen können mit beiden Händen unter dem Bauch gehalten werden. Zum Transport legt man das Kaninchen auf den Unterarm.

Warum Kaninchen kastrieren und sterilisieren?

  • Sterilisierte Kaninchen sind gesünder und leben länger als nicht sterilisierte Kaninchen.
  • Sterilisierte Kaninchen sind bessere Gefährten.
  • Wegfall der belastenden Verhaltensweisen.
  • Sterilisierte Kaninchen tragen nicht zum Problem der Überpopulation der Kaninchen bei.
  • Sterilisierte Kaninchen können gefahrlos Spielgefährten haben.
  • Sterilisierte Kaninchenweibchen haben kein Risiko einer Endometritis mehr.
  • Die Kastration und die Sterilisation der Kaninchen sind zu einem sicheren Eingriff geworden, wenn er von einer auf Kaninchen spezialisierten Tierärztin oder einem spezialisierten Tierarzt durchgeführt wird.

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