Ein beim Kaninchen häufig anzutreffendes Syndrom ist das Problem des abdominalen Meteorismus infolge einer Stase der Magenentleerung.

Das Kaninchen frisst nicht mehr

Es ist teilnahmslos und zeigt Anzeichen von Unbehagen oder gar Schmerz, sein Bauch ist tympanisch (aufgetrieben), sein Kot ist klein oder fast nicht vorhanden. Der Magen entleert sich nicht mehr richtig, und die Luftmenge darin nimmt zu. Der Allgemeinzustand des Kaninchens verschlechtert sich rasch infolge von Kompressionen benachbarter Organe und/oder der Resorption von Substanzen, die eine Toxämie verursachen.

Die Ursachen sind hauptsächlich bei der Fütterung zu suchen (Mangel an Fasern wie Heu oder Aufnahme vergorenen Futters), Aufnahme von Haaren mit Bildung von Bezoaren, Stress (Angst, Schmerz), schlechte Haltungsbedingungen, kürzliche Operation.

Das sympathische Nervensystem ist für die Atonie des Magens und die Gasbildung verantwortlich. Auch der Dünndarm kann betroffen sein.

Die Behandlung ist hingegen sehr frustrierend und kann den Zustand des Tieres manchmal nicht verbessern. Wird das Syndrom in einem frühen Stadium erkannt, können therapeutische Massnahmen helfen, die Krise zu überstehen. Das Rückfallrisiko ist jedoch hoch. In einem späten Stadium ist die Prognose sehr vorsichtig bis düster.

Die Therapie greift in erster Linie auf konservative Methoden zurück. Rehydrierung durch Infusionen, dann oral, Behandlung mit Antibiotika, Schmerzmitteln und Anregern der Magenmotilität (Prokinetika), diätetische Massnahmen (strikt Heu, allenfalls Gemüsesuppen), ergänzende Gaben wie Ananassaft (umstritten, aber ohne jeden Schaden), vermehrte Bewegung.

Reichen diese Massnahmen nicht aus, ist der Rückgriff auf eine Operation mit einer Gastrotomie, um ein allfälliges Trichobezoar zu entfernen, die einzige in Betracht zu ziehende Möglichkeit. Sie bleibt jedoch ein wichtiger Entscheid, da nicht ohne Risiken.

Die Vorbeugung bleibt wie üblich die beste Option:

  • Das Kaninchen hauptsächlich mit Heu und ergänzend mit anderen frischen Futtermitteln ernähren. Wenig zu verlesende Körner, ansonsten Heupellets bevorzugen.
  • Kein Leben ausschliesslich im Käfig, Bewegung
  • Stresssituationen vermeiden
  • Ängstliche und von Natur aus scheue Tiere nicht züchten.