Eine Lahmheit bedeutet, dass Ihr Tier irgendwo Schmerzen hat und eine Pfote schont. Traumatische Ursachen, etwa Verletzungen, Bisse, Verstauchungen, Frakturen, sind häufig, vor allem in der schönen Jahreszeit. Viele sind harmlos, doch manche erfordern rasche Pflege: So reagieren Sie richtig.
Woher kommt eine Lahmheit?
Die häufigsten Ursachen sind:
- Infektionen, oft nach einem Biss zwischen Tieren: Bei der Katze bilden sie gern einen Abszess (eine Eitertasche), warm und schmerzhaft. Jeder Biss ist kontaminiert und muss behandelt werden.
- Ein Fremdkörper (Granne, Dorn, Splitter), der in einem Ballen steckt.
- Verletzungen der Knochen und Gelenke: Frakturen, Luxationen, Verstauchungen, Prellungen.
Welche Anzeichen sollten alarmieren?
- Schwellung, Rötung, Wärme oder Wunde an der Pfote
- In der Luft gehaltene Pfote, Weigerung, das Bein aufzusetzen
- Unnatürliche Haltung, Knacken, heftiger Schmerz bei Berührung
Was macht der Tierarzt?
Er beurteilt die Stärke der Lahmheit, untersucht die Pfote mit dem Auge (Schwellung, Verformung) und mit der Hand (Schmerz, Wärme). Ein Röntgenbild oder Bändertests, oft unter leichter Sedation, präzisieren die Verletzung. Je nach Fall: Ein Biss oder ein Abszess werden gereinigt und drainiert, mit Antibiotika; eine leichte Verletzung wird mit Entzündungshemmern und Ruhe behandelt; eine Fraktur oder eine Luxation kann eine Operation erfordern, manchmal durch eine Fachperson für Orthopädie.
Zu vermeidende Fehler
- Niemals ein menschliches Schmerzmittel geben (Paracetamol, Ibuprofen …): Sie sind giftig, ja sogar tödlich, besonders für die Katze.
- Einen Biss zu vernachlässigen, «der fast nicht blutet»: Er infiziert sich sehr oft.
- Das Tier laufen zu lassen, «weil es ja nicht allzu grosse Schmerzen zu haben scheint»: Ruhe ist entscheidend für die Heilung.
Vorbeugung
Sichern Sie Höhen und Fenster (bei der Katze häufige Stürze), beaufsichtigen Sie Spiele und Ausgänge und untersuchen Sie die Ballen nach einem Spaziergang im hohen Gras. Zeigen Sie nach einer Rauferei jede Wunde Ihrem Tierarzt, selbst wenn das Tier wohlauf scheint.
Das Wichtigste in Kürze: Eine anhaltende Lahmheit, eine Pfote, die nicht mehr aufgesetzt wird, eine Wunde oder ein Aufprall rechtfertigen eine Untersuchung; bis dahin Ruhe und kein menschliches Medikament. Die meisten traumatischen Lahmheiten heilen gut, wenn sie rechtzeitig behandelt werden.