Klassifikation

Gebräuchlicher Name

Lateinischer Name

Mandarinente

Aix galericulata

Kappensäger

Mergus cucullatus

Streifengans

Anser indicus

Höckerschwan

Cygnus olor

Biologische und physiologische Besonderheiten

 

Mandarinente

Kappensäger

Herkunft

China, Japan

Nordamerika

Grösse

40-50 cm

42-50 cm

Gewicht

440-500 g

450-870 g

Lebenserwartung

15 Jahre

15 Jahre

Geschlechtsdimorphismus

Sehr ausgeprägt

Das Männchen ist in der Fortpflanzungszeit sehr farbig, das Weibchen ist braun mit einem weissen Ring um das Auge

Ausgeprägt in der Fortpflanzungszeit

Das Männchen ist sehr farbig mit einer schwarz-weissen Haube, das Weibchen hat eine wenig ausgeprägte rostrote Haube

Geschlechtsreife

12 Monate

24 Monate

Gelege — Brutdauer

9-12 Eier — 28-30 Tage

10-12 Eier — 25-29 Tage

Flüggewerden der Jungen

40-45 Tage

70 Tage

Verwandte Arten

Brautente

(Aix sponsa)

Zwergsäger

(Mergus albellus)

 

Streifengans

Höckerschwan

Herkunft

Asien

Weltweit verbreitet

Grösse

71-76 cm

125-160 cm

Gewicht

2-3 Kg

6-22 Kg

Lebenserwartung

20-25 Jahre

25-30 Jahre

Geschlechtsdimorphismus

Keiner

Höcker am Schnabelansatz beim Männchen

Geschlechtsreife

24 Monate

36-60 Monate

Gelege — Brutdauer

4-6 Eier — 27-30 Tage

5-7 Eier — 35-36 Tage

Flüggewerden der Jungen

53 Tage

4-5 Monate

Verwandte Arten

Schneegans

(Anser caerulescens)

Kanadagans

(Branta canadensis)

Nilgans

(Alopochen aegyptiacus)

Trauerschwan

(Cygnus atratus)

Schwarzhalsschwan

(Cygnus melanocorypha)

Mit 147 Arten weisen die Entenvögel (Anatidae) eine grosse Grössenvielfalt auf (300 g – 15 kg). Ihr Gefieder ist dicht und wird durch die Absonderungen der bei diesen Vögeln stark entwickelten Bürzeldrüse wasserabweisend gemacht. Am Schnabelansatz gibt es Salzdrüsen. Sie sind nur bei den Meeresenten funktionsfähig.

Der Geschlechtsdimorphismus ist bei den meisten Enten sehr ausgeprägt. Bei den Gänsen und Schwänen gleichen sich die Geschlechter. Die Jungen sind Nestflüchter und wachsen schnell.

Gänse und Schwäne haben einen sehr langen Hals, der es ihnen erlaubt, an untergetauchte Pflanzen zu gelangen. Der abgeflachte Schnabel ist äusserst empfindlich und innen mit Lamellen besetzt, die als Sieb dienen, wenn die Vögel im Schlamm gründeln. Knöcherne Blasen an der Syrinx (Stimmkopf) der männlichen Entenvögel wirken wie Resonanzkörper, woraus besonders laute Rufe entstehen (ausser beim Höckerschwan).

Gänse und Schwäne sind monogam, und die Paare bleiben ein Leben lang zusammen. Sehr territorial, zeigen sich etablierte Paare aggressiv gegenüber Artgenossen und vertreiben jeden Eindringling (auch Menschen), der sich dem Nest nähert.

Haltungsbedingungen

Umgebung

Grundvoraussetzung für die Haltung ist ein Becken oder ein Gewässer. Die Mindestmasse gelten für stehende Gewässer.

Mehrere Schwimmenten brauchen Zugang zu flachem Wasser; sie bevorzugen gemässigtes, seichtes Wasser. Manche Arten verlangen ein gemässigtes oder frostfreies Winterquartier. 

Das Gehege muss mit einem natürlichen Boden ausgestattet sein: Sand, Kies, Gras, allenfalls Felsen, Schilf, hohe Gräser, Büsche, geschützte Nischen.

Viele Arten leben in Gruppen, achten Sie aber darauf, Arten zusammenzusetzen, die sich vertragen! 

Quelle des vorstehenden Absatzes und weitere Informationen zu den Gehegemassen je nach Art: 

http://www.kleintiere-schweiz.ch/resources/3/uploads/Gefluegel_Leitfaden_F_März15(1).pdf

Das Dokument gibt Hinweise zur vorbildlichen Haltung von Geflügel, aber auch von Entenvögeln.

 

Streifengans

Diese Vögel brauchen ein Freigehege mit einer unerlässlichen Grasweide und einem Gewässer. Ideal ist es, über mehrere Parzellen zu verfügen und eine Umtriebsweide einzurichten, damit sich die von den Gänsen rasch zertretene Vegetation erholen kann.

Das Nest wird direkt am Boden gebaut. Es besteht aus einem Haufen Pflanzenmaterial, mit Daunen ausgekleidet. Die Eier werden sorgfältig zugedeckt, wenn das Weibchen das Nest verlässt.

Mindestmasse des Geheges: 60 m2, Becken 16 m2, Tiefe 60 cm.

 

Höckerschwan

Man muss den Schwänen ein Gehege oder einen Freilaufpark mit einer grossen Wasserfläche bieten: See, Teich oder Fluss (Mindesttiefe 1.2 m). Sanft abfallende, grasbewachsene Ufer ermöglichen es den Schwänen, leicht aus dem Wasser zu steigen. Das Anlegen eines Schilfgürtels ist als Nistplatz interessant.

Das Nest ist umfangreich, schwimmend oder am Ufer. Es besteht aus Schilf oder anderen Wasserpflanzen. Vorsicht vor dem Männchen, das den Nistplatz erbittert gegen Eindringlinge verteidigt.

Mindestmasse des Geheges: 150 m2, Becken 50 m2, Tiefe 60 cm.

 

Mandarinente

Vorzugsweise verfügt man über eine Voliere mit Becken, denn die Mandarinente büxt gern aus, besonders die Weibchen mit ihrer Brut. Zudem verhindert die Voliere Verluste durch Raubtiere. Das Becken muss eine Mindesttiefe von 0.6 m haben.

Setzen Sie keine Zierfische ins Becken, sie würden von den Enten verschluckt oder verletzt. Bepflanzte Ufer verstärken das Sicherheitsgefühl der Vögel und fördern die Fortpflanzung.

Ein Nistkasten wird nahe am Wasser angebracht, in der Vegetation versteckt oder auf Pfählen, 20 cm über dem Wasser, und mit einer Zugangsrampe versehen. L-förmige Nistkästen verhindern das Ausräubern der Gelege durch Rabenvögel. Sehen Sie mehrere Nistkästen vor, damit die Vögel wählen können. Das Nest wird vom Weibchen eingerichtet, das es mit Daunen auskleidet.

Mindestmasse des Geheges: 12 m2, Becken 4 m2, Tiefe 40 cm.

 

Kappensäger

Ein Gewässer ist Pflicht, mit fliessendem oder bewegtem, sauberem und sauerstoffreichem Wasser. Die beste Lösung wäre ein Wasserlauf, der ein Becken speist (achten Sie auf die bakteriologische Qualität des verwendeten Wassers). Säger sind Tauchvögel: Man muss daher eine ausreichende Tiefe für ihre Unterwasserbewegungen vorsehen, mindestens 0.8 m.

Üppige Vegetation an den Ufern: überhängende Sträucher, Büsche, unter denen sich die Vögel verstecken können, Horste von Seggen oder Pampasgras.

Der Säger nistet in hohlen Bäumen. Stellen Sie einen Nistkasten oder einen hohlen Stamm auf Pfählen 80 cm über der Oberfläche mit Zugangsrampe bereit. Bringen Sie mehr Nistkästen an, als Paare gehalten werden. Die Küken lassen sich gleich nach dem Schlüpfen ins Wasser fallen.

Mindestmasse des Geheges: 12 m2, Becken 8 m2, Tiefe 100 cm.

Ernährung

Streifengans

Die Ernährungsgrundlage besteht aus Gras und Wasserpflanzen. Der Speiseplan wird mit Getreide und Körnern ergänzt (12-17 % Protein).

 

Höckerschwan

Die Ernährungsgrundlage besteht aus Wasserpflanzen, Salaten und ergänzend aus Entenvogel-Granulat (12-17 % Protein) und Getreide, besonders in der Fortpflanzungszeit und für die heranwachsenden Jungen.

 

Mandarinente

Die Ernährungsgrundlage besteht aus Entengranulat (12-17 % Protein) und Getreide. Dazu kommen Pflanzen: Salat, Wasserlinsen (sehr geschätzt und förderlich für das Wachstum der Jungen). Mandarinenten schätzen auch Wasserschnecken und kleine Fische.

 

Kappensäger

Die Nahrung besteht aus in feine Streifen geschnittenem Fisch. Es ist unerlässlich, die angebotenen Arten abzuwechseln. Granulat für fischfressende Enten ist eine attraktive und praktische Lösung. In der Natur fressen Säger auch Weichtiere und andere Wasserwirbellose.

Fixierung

Bei Gänsen wie bei Schwänen wird der Vogel unter dem Arm gehalten, wobei eine Hand die Bewegungen des Halses und die andere jene der Beine des Tieres kontrolliert.

Spezifische wichtigste Krankheitsbilder

Hier einige der häufigsten Krankheiten, die echte Probleme bereiten. Die Liste ist nicht abschliessend. In Anlehnung an R. Cavignaux, Point vétérinaire.

 

Haltungsbedingte Erkrankungen

Verformungen der Flügel und Beine: Engelsflügel (Bewegungsmangel oder Ernährungsfehler), Beinabszesse (zu harter Boden), Beinverformungen (Bewegungsmangel, Übergewicht), Erfrierungen der Beine (fehlende offene Wasserfläche), Verletzungen und Wunden (Gitter, Raubtiere).

Penisvorfall: genetisch und fehlendes Becken

Fremdkörperaufnahme  Achtung auf den Beckengrund!

 

Vergiftungen

Schwermetalle: Jagdblei (Bleivergiftung/Saturnismus: grüner Durchfall, hängende Flügel, Parese, Kopfzittern), Zink über Zäune (Anorexie, Gewichtsverlust, Parese).

Chemische Produkte Vorsicht vor Pestiziden und Rodentiziden

Vergiftungen durch Mykotoxine (Aspergillus flavus im Futter, Leberzirrhosen), Fusarium, Mutterkorn. Vorsicht vor giftigen Pflanzen und Algen!

 

Bakterielle und pilzbedingte Erkrankungen

Botulismus: Im Sommer, wenig Wasser und hohe Temperatur, Ansteckung über Maden im Schlamm. Aufsteigende schlaffe Lähmung. Speichelfluss, Nasenausfluss, Durchfall, Bindehautentzündung. Vorbeugung: Beseitigung der Kadaver, den Wasserstand in den Becken überwachen.

Pasteurella multocida Mund-Nasen-Ausfluss, Anorexie, Durchfall. Bei der Autopsie Herzbeutelentzündung, Lungenentzündung, Darmentzündung, Hämatose, Milzvergrösserung.

Tuberkulose, tödlich, infolge Überbelegung und/oder schlechter Hygiene. Mykobakterium, das 1 Jahr lang im Boden überlebt. Beseitigung der kranken Tiere, den Boden umgraben und nach dem Entfernen der Vegetation ruhen lassen.

Aspergillose : Atemnot, Gewichtsverlust, Durchfall.

Verschiedenes: Nasennebenhöhlenentzündung, Erkrankung der oberen, manchmal der unteren Atemwege.

 

Viruserkrankungen

Herpesvirus: während der Fortpflanzungszeit hohe Sterblichkeit = virale Entenenteritis (DVE) oder Entenpest. Ataxie, Lichtscheu, serös-blutiger Nasenausfluss, Penisvorfall und blutiger Durchfall.

Picornavirus: virale Entenhepatitis (DVH), Küken unter 6 Monaten. Die Warzenente ist resistent. Lethargie, Krämpfe, Opisthotonus, dann Tod.

Vogelgrippe: Überwachung gemäss geltender Gesetzgebung.

Paramyxovirus: von geringer Bedeutung bei den Entenvögeln.

 

Parasitäre Erkrankungen

Läuse : Syndrom des nassen Gefieders

Syngamus trachéa: Wurm in der Luftröhre. Überträger: Regenwürmer

 

Cyathostoma bronchialis: Nematode, im gesamten Atmungsapparat, einschliesslich der Luftsäcke. Symptome: Halsstrecken, Juckreiz am Hals, Anämie, Atembeschwerden. Überträger: Regenwürmer.

Amidostomum anseris: Wurm, der Gänse auf der Weide befällt, Schluckbeschwerden und Anämie. Verkapselte Knötchen im Muskelmagen.

Kokzidiose: selten anzutreffen.