1. Klassifikation
  2. Biologische und physiologische Besonderheiten
  3. Haltungsbedingungen
  4. Wichtigste Krankheitsbilder

Klassifikation

Klasse: Säugetiere
Ordnung: Nagetiere
Unterordnung: Sciurognatha
Familie: Hörnchen (Sciuridae)
Gattung: Cynomys
Art: Ludovicianus

Es gibt fünf Präriehundarten, alle nordamerikanisch.

Gebräuchlicher Name: Lateinischer Name:
Schwarzschwanz-Präriehund Cynomys ludovicianus
Mexikanischer Präriehund Cynomys mexicanus
Gunnison-Präriehund Cynomys gunnisoni
Weissschwanz-Präriehund Cynomys leucurus
Utah-Präriehund Cynomys parvidens

Biologische und physiologische Besonderheiten

  • Adultgewicht: 0.5-2.2 kg
  • Körperlänge: 28-32 cm
  • Schwanzlänge: 6-10 cm
  • Gliedmassen: 4 Zehen an den Vordergliedmassen und 5 Zehen an den Hintergliedmassen
  • Zahnformel: 22 ständig wachsende Zähne
Oberkiefer 0 0 2 3
I C PM M
Unterkiefer 1 0 1 3

Biologische Parameter

  • Lebensweise: tagaktiv, bodenbewohnend. Gräbt aufwendige Baue.
  • Sozialsystem: matrilinear mit einem Harem
  • Natürlicher Winterschlaf: nein
  • Körpertemperatur: 35.3-39 °C
  • Nahrungsaufnahme: 40-150 g/Tag
  • Wasseraufnahme: 50-200 ml/Tag
  • Atemfrequenz: 70-100 Atemzüge/Min.
  • Herzfrequenz: 83-138 Schläge/Min.
  • Lebenserwartung: 5-10 Jahre; im Allgemeinen leben die Weibchen länger als die Männchen

Fortpflanzungsphysiologie

  • Alter der Geschlechtsreife: 2-3 Jahre
  • Paarungszeit: Januar-März
  • Zyklusdauer: 2-3 Wochen
  • Ovulationstyp: spontan (erfolgt erst im Moment der Paarung)
  • Trächtigkeitsdauer: 30-35 Tage
  • Merkmale der Neugeborenen: nackt und blind
  • Anzahl Junge pro Wurf: 2-10, im Durchschnitt 5
  • Absetzalter: 6-7 Wochen
  • Anzahl Würfe pro Jahr: 1
  • Anzahl Zitzenpaare: 4

Lebensraum

  • Grosser Käfig: 100x50x50, also 5000 cm2 Bodenfläche pro Tier und weitere 1000 cm2 pro zusätzliches Tier
  • Aussenhaltung: Sie ist in einem Gehege möglich, mit einem am Gehegerand mindestens 150 cm tief eingegrabenen Gitter
  • Einstreu: Es braucht eine dicke Heuschicht, die unerlässlich ist, damit der Präriehund seinem instinktiven Grabbedürfnis nachkommen kann
  • Futternapf: Er wird am Käfig befestigt, und das Wasser wird über eine vertikale Trinkflasche für Heimtiere gereicht
  • Zubehör: Um ein naturnahes Umfeld nachzubilden, sollte man Tunnel vorzugsweise aus Terrakotta und dunkle Unterschlüpfe vorsehen, damit es sich in Ermangelung eines echten Baus verstecken kann.

Umgebungswerte

  • Umgebungstemperatur: 20.5-22 °C
  • Beleuchtungsdauer: 12 Stunden
  • Luftfeuchtigkeit: 30-70%
  • Ammoniakgehalt: <8 ppm
  • Geselligkeit: Er ist sehr gesellig und von Natur aus ein Herdentier; er kann das ganze Jahr über in der Gruppe oder als Paar gehalten werden.

Ernährung

  • Der Präriehund ist strikt pflanzenfressend und frisst in der Natur bisweilen einige Insekten.
  • Zu geben: Heu guter Qualität nach Belieben, Kaninchenpellets, Körnermischung und ergänzend Grünzeug (Kräuter, Löwenzahn), frische Früchte.
  • Achtung: Er neigt zu Übergewicht.

Fixierung

  • Der Präriehund ist ein geselliges und leicht zu fixierendes Tier, sofern er regelmässig gehandhabt wird.
  • Vorsicht vor Bissen und Kratzern, wenn er sich gestresst oder verängstigt fühlt.
  • Tipp: Man kann ihn in ein Tuch wickeln, um Kratzer zu vermeiden, oder Lederhandschuhe verwenden.
  • Vorgehen: Man fasst den Präriehund mit einer Hand um den Brustkorb, wobei man bei schweren Tieren das Hinterteil mit der anderen Hand stützt.
  • Achtung: Der Präriehund hat am Hals keine lockere Haut, weshalb man ihn dort nicht festhalten kann.

Wichtigste Krankheitsbilder

Verdauungserkrankungen

  • Zahnfehlstellungen (Malokklusionen): Schneide- und Backenzähne
  • Enteropathien (Darmerkrankungen): deren Ursache sein kann: ernährungsbedingt, umweltbedingt, bakteriell (Salmonellose, Tyzzer-Krankheit, Enterotoxämie), parasitär (Protozoen), hepatisch (Karzinom: Krebs).

Hauterkrankungen

  • Mykosen (Pilzerkrankungen)
  • Äussere Parasitosen: Flöhe, Milben
  • Pododermatitiden (Pfotenentzündung): bakteriellen Ursprungs

Traumatische Erkrankungen

  • Wirbelbrüche

Atemwegserkrankungen

  • Schnupfen (Coryza)
  • Bakterielle Lungenentzündung durch Pasteurella multocida. Die Prognose ist schlecht.

Tumorerkrankungen

  • Nephroadenom: gutartiger Nierentumor
  • Magenadenokarzinom: Magenkrebs
  • Hepatozelluläres Karzinom: Leberkrebs

Zoonosen

Pest und andere Yersinien, Tyzzer-Krankheit, Tollwut, Mykosen, Ektoparasiten