1. Klassifikation
  2. Biologische und physiologische Besonderheiten
  3. Haltungsbedingungen
  4. Vorherrschende Krankheiten

Klassifikation:
Klasse: Säugetiere
Ordnung: Nagetiere
Unterordnung: Sciographies
Familie: Sciuridés (Hörnchen, Murmeltiere, Präriehunde)
Gattung: Tamia
Art: striatus

Gebräuchlicher Name: Lateinischer Name:
Sibirisches Streifenhörnchen oder Burunduk Eutamia sibiricus
(In Europa gezüchtet und verkauft)
Hudson-Streifenhörnchen Tamiasciurus hadsonicus
Zwerg-Neotamia Neotamia pygmaeus
Gestreiftes Streifenhörnchen, auch gestreiftes Hörnchen genannt, Tamia striatus
japanisches Hörnchen oder koreanisches Streifenhörnchen
(in Europa gezüchtet und verkauft)

Die biologischen und physiologischen Besonderheiten

Das koreanische Streifenhörnchen hat einen grauen Rücken mit 5 dunkelbraunen Längsstreifen, und seine Flanken sind gelblich-grau.

  • Gewicht ausgewachsen: 70-120 g
  • Körperlänge: 15 cm
  • Schwanzlänge: 10-12 cm
  • Zahnformel (22 ständig nachwachsende Zähne)
Oberkiefer 1 0 2 3
I C PM M
Unterkiefer 1 0 1 3
  • Backentaschen
  • Starke Sehkraft, weites Sichtfeld
  • 4 Zehen an den Vorderbeinen und 5 Zehen an den Hinterbeinen

Biologische Parameter

  • Baumbewohnend (lebt in Bäumen)
  • Körpertemperatur: 38-39.5°C
  • Atemfrequenz: 200/Minute
  • Herzfrequenz: 300-500/Minute
  • Durchschnittliche Lebenserwartung: 5 Jahre (manchmal 8, sogar 12)

Fortpflanzungsphysiologie

  • Alter der Geschlechtsreife: Männchen 12 Monate, Weibchen 11 Monate
  • Paarungszeit: März bis April
  • Zykluslänge: 4-5 Tage
  • Art des Eisprungs: spontan (zum Zeitpunkt der Paarung)
  • Einmalige Paarung am 2. Tag des Zyklus
  • Trächtigkeitsdauer: 35-40 Tage
  • Geburtsgewicht: 3-4 Gramm
  • Anzahl der Jungen pro Wurf: 3-5
  • Alter beim Absetzen: 4 Wochen
  • Anzahl der Zitzen: 8 (4 Paare)
  • Anzahl der Würfe pro Jahr: 1
  • Fortpflanzungsfähige Lebensdauer: 5-6 Jahre

Fixierung:

Die Untersuchung ist schwierig, weil es leicht beisst und sich sehr schnell bewegt. Man beginnt mit der Beobachtung im Käfig und damit, es in die Hände zu nehmen; man zieht einen Handschuh an und fasst den Kopf zwischen Daumen und Zeigefinger.

Achtung: das Tier nicht am Schwanz packen, da dieser abgestreift (skalpiert) werden kann.

Lebensraum

In freier Wildbahn: Bauten mit einer zentralen Kammer und Nebengängen, die als Vorratskammer für den Winter dienen. Jedes Streifenhörnchen hat seinen eigenen Bau. Winterschlaf von Oktober bis April.

In Gefangenschaft: eine grosse Innenvoliere aus Drahtgeflecht mit Metallstreben, mindestens 100x50x150 cm. Ein Gitter mit Maschen unter 2 cm vorsehen, einen oder mehrere grosse Naturäste, einen Nistkasten aus Holz mit einer Einflugöffnung von 3 cm und mehr als 15 cm in allen Richtungen.

Bevorzugte Einstreu: Torf oder, besser noch, Heu von ausgezeichneter Qualität. Die Einstreu wird gewechselt, sobald der Urin einen unangenehmen Geruch verursacht.

Die Hörnchen geben keinen Geruch ab.

Umgebungstemperatur: geringe Ansprüche. Eine Haltung im Freien ist möglich, sofern eine Ausrichtung nach Süden vermieden wird. Das Hörnchen hält Winterschlaf und erwacht im März. Kein Winterschlaf im Inneren von Wohnungen.

Grosse Empfindlichkeit gegenüber Temperaturschwankungen und unzureichender Belüftung.

Ernährung

Spezifische Mischfuttermittel (industrieller Art), eine traditionelle Fütterung ist möglich, Trockenfutter, verschiedene Samen (Walnüsse, Haselnüsse, Esche, Mais, Weizen und Sonnenblume), Haferflocken, Frischfutter (Salat, Löwenzahn, frische Rinde, Obst, Knospen), tierisches Eiweiss in kleiner Menge (Eier, rohes Fleisch, Mehlwürmer, Insekten).

In freier Wildbahn ernährt sich das Tier von Beeren, Insekten, Fröschen, kleinen Reptilien, Eiern und Jungvögeln.

Die vorherrschenden Krankheiten

Verdauungserkrankungen

Zahnanomalien: durch einen Defekt der Schneidezähne wird das Kauen schwierig und dann unmöglich. Diese Anomalien sind erblich.

„Zahnfleisch“-Erkrankung: verursacht durch die Ansammlung von festen oder Futterresten zwischen den Schneidezähnen. Daraus ergibt sich eine chronische Infektion des „Zahnfleischs“.

Blähung (Meteorismus): verursacht durch einen abrupten Futterwechsel oder durch übermässigen Verzehr von Obst oder Grünzeug. Der Verlauf ist leider ohne frühzeitige Behandlung oft ungünstig.

Entzündung des Dünndarms (Enteritis): immer sehr schwer und mit raschem Verlauf. Ihr Ursprung ist bakteriell, und der Erreger der Salmonellose ist häufig beteiligt.

Atemwegserkrankungen

Begünstigt durch abrupte Temperaturschwankungen, Zugluft und mangelhafte Belüftung.

Hauterkrankungen

Aussenparasiten (Flöhe und Zecken, Milben), Mykosen, Abszesse

Erkrankungen der Harnwege

Erkrankungen der Harnwege sind recht häufig.

Anzeichen: das Tier ist unruhig und leidet an Pollakisurie (Störungen der Urinausscheidung, häufiges Wasserlassen in kleinen Mengen). Blasenentzündungen sind in der Regel auf Steine zurückzuführen.

Erkrankungen der Fortpflanzung

Gebärmutterentzündung (Metritis, infolge einer Infektion nach der Geburt), Pyometra, Gesäugetumoren (oft mit gutartiger Tendenz), Hypokalzämie (häufig nach der Geburt und zu Beginn der Laktation, aber auch bei jungen Männchen)

Traumatische Verletzungen

Frakturen (Knochenbrüche)

Nervöse Störungen

Epilepsie: der Ursprung ist noch wenig bekannt.

Hitzschlag

Er tritt im Sommer auf und kann durch übermässige Temperaturen oder durch die Haltung des Tieres in einem unzureichend belüfteten Raum verursacht werden. Hochgradig gefährlich, erfordert er eine sofortige Abkühlung des Körpers und eine Schockbehandlung beim Tierarzt.

Augenerkrankungen

Katarakt (grauer Star): vor allem bei Männchen, und die Ursache ist wenig bekannt.