Zecken sind Milben mit 8 Beinen und je nach Art einem harten oder weichen Panzer. Diese Parasiten haben sich an alle Klima- und Lebensraumtypen angepasst. Das ausgewachsene Weibchen ist in der Regel deutlich grösser als das Männchen. Die gewöhnlichen Zecken kommen in Wäldern oder auf Brachland, auf Wiesen mit hohem Gras und an Wegrändern vor.
Manche überstehen den Winter sehr gut, bevorzugen aber ein feuchtes und gemässigtes Klima.
Gewisse Zecken trifft man im Mittelmeerraum an, wo das Klima wärmer und trockener ist; das ist der Fall bei der «braunen Hundezecke», die aus dem Ausland in die Schweiz eingeschleppt wurde – aus Ländern, die nach wie vor beliebte Ferienziele sind.
Warum sind Zecken gefährlich?
Sie übertragen für Tiere und Menschen gefährliche Krankheiten.
Die wichtigsten von Zecken auf Hunde übertragenen Krankheiten sind:
1. die Borreliose
Borrelien sind Bakterien, die von Ixodes ricinus übertragen werden. Die Krankheit äussert sich durch Fieber, Appetitverlust und Anzeichen von Abgeschlagenheit. Sie kann zu Gelenkentzündungen führen und in fortgeschritteneren Stadien sogar die Organe schädigen.
2. Die Babesiose (=Piroplasmose)
Babesien sind einzellige Organismen, die von Dermacentor reticulatus und Rhipicephalus sanguineus übertragen werden. Sie greifen die roten Blutkörperchen an und zerstören sie. Deshalb ist das häufigste Symptom die Blutarmut (Anämie).
Hohes Fieber, rot, braun oder grünlich verfärbter Urin oder auch eine Gelbsucht können weitere Symptome der Krankheit sein.
3. Die Ehrlichiose
Tiere mit einer akuten Form der Krankheit können unter Fieber, Teilnahmslosigkeit, Appetitverlust, Schwellungen der Lymphknoten und Blutungen leiden. Chronisch Kranke verlieren an Gewicht und neigen stärker zu Blutungen.
Behandlung dieser Krankheiten
Die Behandlung jeder dieser von Zecken übertragenen Krankheiten ist oft sehr kostspielig, nicht immer zufriedenstellend und manchmal sehr langwierig. Im schlimmsten Fall können sie tödlich verlaufen.
Lebenszyklus der ZeckenNach dem Schlüpfen aus dem Ei unterscheidet man 3 Stadien (Larve, Nymphe, adultes Tier), die in der Umwelt vorkommen, meist im Gras. Sie warten auf das Vorbeikommen eines Wirts, um sich fallen zu lassen oder sich anzuhängen, sich festzusetzen und ihre Blutmahlzeit zu nehmen.
Sie erkennen ihre Wirte dank verschiedener Sinnesorgane, die Wärme, Atmung und Erschütterungen wahrnehmen. Nach jeder Mahlzeit fällt die Zecke zu Boden und häutet sich zum nächsten Stadium. Das Zeckenweibchen legt vor dem Sterben Tausende von Eiern auf dem Boden ab.
In der Schweiz findet man Zecken je nach Witterung im Allgemeinen zwischen März und Oktober. Sie treten massenhaft von Mai bis Juli und dann von September bis Oktober auf. Je nach Winterklima ist diese Saisonabhängigkeit derzeit verändert, und Zecken können bereits ab Januar auftreten!
Die VorbeugungDie im Grossverteiler erhältlichen Zeckenhalsbänder sind nicht immer sehr wirksam und manchmal sogar eine Ursache für Allergien. Die von der Tierärztin oder vom Tierarzt abgegebenen Produkte werden besser vertragen und sind viel wirksamer. Dennoch müssen die Anwendungshäufigkeit und die Gebrauchsanweisung genau befolgt werden.
Sie finden Produkte in Form von Spot-on-Pipetten, als Halsband oder als Tablette. Achtung, gewisse beim Hund wirksame Wirkstoffe sind für Katzen giftig!
Das Entfernen der Zecke durch Drehen mit einer speziellen Pinzette ist wirksam, wenn es rasch und vor allem ohne zuvor auf den Parasiten aufgetragenes Produkt geschieht (andernfalls gibt die Zecke sofort alle infektiösen Erreger ab, die sie enthalten kann). Eine aufmerksame Kontrolle nach den Spaziergängen mit dem Hund ist daher unerlässlich.
Gegen einige der oben genannten Krankheiten gibt es Impfungen; das Gespräch mit der Tierärztin oder dem Tierarzt hilft zu bestimmen, ob sie beim eigenen Tier nötig sind oder nicht.