🚨 Hat Ihr Tier einen Gegenstand verschluckt, erbricht es wiederholt oder ist es apathisch? Das ist ein Notfall: Rufen Sie sofort an — Notfallnummern. Versuchen Sie nicht, das Tier ohne tierärztlichen Rat zum Erbrechen zu bringen.

Magen-Darm-Verschlüsse durch Fremdkörper

Das Verschlucken von Fremdkörpern (FK) kommt bei jungen Tieren häufiger vor als bei älteren. Hunde — gewisse Rassen besonders oft (Labrador, Golden Retriever usw.) — sowie Frettchen sind Tierarten, die eher dazu neigen, ungeniessbare Gegenstände zu verschlucken. Aber jedes Tier kann versehentlich einen problematischen FK verschlucken. Ansonsten ist das Warum schwer zu ergründen: Marotte, verlockender Geruch oder Textur? Allerdings verschlucken manche Nagetiere, die zum Beispiel an einer Zahnerkrankung leiden, gelegentlich Stücke von Gegenständen.

Neben den ungeniessbaren FK (meist Spielzeug) findet man Trichobezoare (Haarballen) oder zu grosse Stücke fressbarer Nahrung, die Probleme bereiten können. Jede Tierart ist mehr oder weniger spezialisiert: die Katze mit ihren Haarballen oder auch Bällen, Schnüren und Angelhaken, die Kuh mit ihren Äpfeln oder Nägeln, Hund und Frettchen mit allem Möglichen, die Nagetiere mit Papier und so weiter.

Reptilien sind in ihrem Terrarium oft geschützt und bleiben von solchen Sorgen verschont. Ihre Fähigkeit, Beute zu erkennen, bewahrt sie zudem vor Verwechslungen.

Auch Schildkröten und Pferde scheinen ihren Garten besser zu sortieren als andere Tiere! Bei Hunden und Frettchen findet man mitunter sehr ungewöhnliche Objekte: Nylonstrümpfe, Kastanien, Portemonnaies (Geldscheine werden schneller verdaut als Leder …), Schirmhüllen, Knöpfe, Tannenzapfen, Möbelteile usw. In der Fachliteratur sind sogar verschluckte Natels oder Walkmans beschrieben! Kurz: Bei der Operation hat man oft das Gefühl, ein «Kindersurprise» zu öffnen!

Ein FK kann verschiedene Wege nehmen. Entweder durchläuft er den ganzen Verdauungstrakt und kommt nach einiger Zeit mit dem Kot wieder heraus, oder er kann stecken bleiben: in der Speiseröhre (selten), im Magen (häufig), in den verschiedenen Windungen des Dünndarms (gelegentlich), am Übergang zum Blinddarm (oft) oder im Dickdarm (selten). Er bleibt bevorzugt an den natürlichen Engstellen des Magen-Darm-Trakts hängen.

Die Symptome sind recht typisch: Erbrechen — direkt nach der Mahlzeit oder je nach Sitz der Blockade leicht verzögert, zunehmend übelriechend —, ein in der Regel vollständiges Ausbleiben des Kotabsatzes, Unbehagen beim Abtasten des Bauches, ein allgemeines Unwohlsein des Tieres. Eine Blockade kann sehr akute Anzeichen hervorrufen, manchmal stellt sich aber eine gewisse Chronizität ein, bevor ausreichend aussagekräftige Symptome auftreten.

Zusammen mit der Vorgeschichte (Anamnese) und dem klinischen Bild vervollständigen weiterführende Untersuchungen die Diagnose, in der Regel Röntgenaufnahmen mit oder ohne Kontrastmittel. Entweder ist der FK sichtbar, oder auf dem Bild finden sich ganz bestimmte Zeichen, die auf eine Blockade hindeuten.

Wird ein Verschluss diagnostiziert, ist die Chirurgie die beste Therapie. Eine konservative Behandlung ist nur bei leichtem und unvollständigem Verschluss möglich, was seltener vorkommt.

Man eröffnet das betroffene Organ chirurgisch: also eine Gastrotomie (Eröffnung des Magens), eine Duodenotomie, eine Jejunotomie oder eine Ileotomie, eventuell eine Typhlotomie (Eröffnung des Blinddarms) oder, seltener nötig, eine Kolotomie. Der FK kann manchmal ein Absterben (Nekrose) der überdehnten Gewebe verursachen; dann wird ein Teil des Organs entfernt (Resektion), um eine Vergiftung des Blutes mit Toxinen zu vermeiden. Manchmal müssen einige dieser Organe fixiert werden, bevor die Wunde vernäht wird.

Die Phase nach der Operation ist in den ersten 48 Stunden heikel; man achtet auf einen schrittweisen Wiederaufbau der Fütterung, eine schonende Infusionstherapie, die Kontrolle der Vitalwerte und eine geeignete Antibiotikabehandlung, zusätzlich zu den übrigen üblichen Massnahmen.

Die Prognose ist oft günstig, ausser wenn die Nekrosen zu ausgedehnt oder schwer zu entfernen sind; das Schwierigste bleibt, das Rückfallrisiko zu vermeiden!