1. Herkunft
  2. Klassifikation
  3. Biologische und physiologische Besonderheiten
  4. Haltungsbedingungen
  5. Wichtigste Krankheitsbilder

Herkunft

Die ersten Rennmäuse wurden 1954 in die USA importiert. Sie stammten aus der Mongolei. Ihre ursprüngliche Farbe ist braungrau, doch es gibt zahlreiche Mutationen: schwarz, gelb, creme, albino, zweifarbig.

Klassifikation

Klasse: Säugetiere
Ordnung: Nagetiere
Unterordnung: Sciurognatha
Familie: Langschwanzmäuse (Muridae)
Unterfamilie: Rennmäuse (Gerbillinae)
Gattung: Meriones
Art: unguiculatus
Gebräuchlicher Name: Mongolische Rennmaus, Mongolian gerbil, clawed jird.

In Haltung findet man weitere Rennmausarten, insbesondere die Ägyptische Rennmaus oder Sandratte und die libysche Rennmaus.

Biologische und physiologische Besonderheiten

  • Adultgewicht: Männchen: 65-100 g und Weibchen 55-85 g.
  • Körperlänge (mit Schwanz) 21-24.5 cm

Biologische Parameter

  • Lebensweise: tag- und nachtaktiv, vor allem dämmerungsaktiv. Gräbt einfache Baue.
  • Sozialsystem:
  • Die Rennmaus ist sehr gesellig und von Natur aus ein Gruppentier, sie muss in der Gruppe gehalten werden. Einzelhaltung ist verboten!
  • Natürlicher Winterschlaf: nein
  • Atemfrequenz: 70-120 Atemzüge/Minute
  • Herzfrequenz: 360 Schläge/Minute
  • Lebenserwartung: 3-4 Jahre (maximal 5 Jahre)
  • Temperatur: 37-38.5 °C

Fortpflanzungsphysiologie

  • Alter der Geschlechtsreife: Männchen: 70-85 Tage, Weibchen: 65-85 Tage
  • Paarungszeit: das ganze Jahr
  • Paarsystem: monogam oder Harem vor dem Absetzen im Alter von 7 Wochen
  • Zyklusdauer: 4-6 Tage
  • Zyklustyp: polyöstrisch
  • Ovulationstyp: spontan
  • Trächtigkeitsdauer: 24-26 Tage
  • Merkmale der Neugeborenen: Nesthocker (Augenöffnung um den 15. Tag)
  • Anzahl Junge pro Wurf: 1-12 Junge, im Durchschnitt jedoch 5
  • Geburtsgewicht: 3 g
  • Absetzalter: 21 Tage
  • Anzahl Würfe pro Jahr: 7-8 (manche Paare können einen Wurf pro Monat haben)

Die Weibchen sind ab 18 Monaten nicht mehr fruchtbar, die Männchen ab 2 Jahren.

Lebensraum

Der Käfig muss mindestens 100 cm x 50 cm gross sein, idealerweise 0.8m2 Mindestfläche für 2 bis 5 Rennmäuse, mit 0.05m2 mehr pro zusätzliches Tier. Mindesthöhe: 60-100 cm. Man kann auch ein Terrarienbecken mit Deckel verwenden. Es braucht Verstecke und Material zum Nestbau, Nagezweige (Buche, Haselnuss, unbehandelte Obstbäume). Die Einstreu sollte 40-80 cm dick sein und alle 1 bis 2 Wochen gewechselt werden. Ebenfalls nötig ist ein Sandbad, um den überschüssigen Talg (Sebum) auf der Haut zu entfernen.

  • Umgebungstemperatur: 20-22 °C
  • Luftfeuchtigkeit: 30-40%
  • Beleuchtungsdauer: 12 Stunden
  • Ammoniakgehalt: <8 ppm

Ernährung

  • Vegetarische Ernährung mit Tendenz zum Allesfresser
  • Ration auf Getreidebasis in Form von handelsüblichen Pellets für Rennmäuse oder Nagetiere mit 18-22% Protein, Körnermischung
  • Ergänzungsfutter: Gemüse, frische und getrocknete Früchte
  • Achtung: Früchte mit hohem Vitamin-C-Gehalt (Zitrusfrüchte, Kiwis) sind zu vermeiden

Fixierung

Dieses Nagetier ist gesellig und zutraulich; es beisst selten, ausser es ist verängstigt. Es ist wenig scheu und von Natur aus neugierig und kommt leicht, um aus der Hand zu fressen.

Zum Ergreifen fassen Sie es an der Schwanzwurzel oder zwischen Zeige- und Mittelfinger. Ruckartige Bewegungen, die epileptische Anfälle auslösen können, sind zu vermeiden.

Wichtigste Krankheitsbilder

Hauterkrankungen

  • Räude (Milbenbefall) und Flöhe
  • Mykosen (Pilzerkrankungen)
  • Nasendermatitis, Gesichtsekzem: Die Ursache dieser Entzündung ist leider wenig bekannt. Sie entsteht durch eine abnorme Absonderung einer Drüse namens Harder-Drüse, bisweilen mit bakteriellen Sekundärinfektionen. Die Hautläsionen um die Nase können sich auf das Gesicht, die Gliedmassen und den übrigen Körper ausbreiten.
  • Bei Rennmäusen, die in einem Aquarium mit unzureichender Belüftung, hoher Luftfeuchtigkeit (> 50%) und zu selten gewechselter Einstreu gehalten werden, kann man eine Veränderung des Fells beobachten; es wird rau.

Verdauungserkrankungen

  • Enteritiden (Darmentzündungen): bakteriell (und ansteckend) oder parasitär.
  • Zahnfehlstellung (Malokklusion)

Augenerkrankungen

  • Bindehautentzündungen (Konjunktivitis)

Nervenerkrankungen

  • Epileptiforme Anfälle bei der Mongolischen Rennmaus: spontan und genetisch bedingt, treten sie bei bestimmten selektierten Linien häufiger auf. Sie sind die Folge von Handhabungen oder von Stress.
  • Krämpfe: Sie können durch eine Enzephalitis (Gehirnentzündung), ein Trauma, eine Vergiftung oder eine Ohrentzündung (Otitis) verursacht werden.

Atemwegserkrankungen

  • Die Rennmaus kann an Schnupfen, Lungenentzündung oder einer Infektion der oberen Atemwege leiden.

Fortpflanzungserkrankungen

  • Unfruchtbarkeit: Sie kann auf eine Unverträglichkeit des Paares, Unreife, eine Umweltstörung, Eierstockzysten oder Tumore zurückzuführen sein.
  • Verlassen der Jungen und Kannibalismus: Dies kann bei Umweltstörungen, Milchmangel der Mutter und bei einer Entzündung der Zitzen auftreten.
  • Aborte: Sie können bei Nährstoffmangel und Umweltstress auftreten.

Zoonosen

  • Salmonellose, Magen-Darm-Parasitosen (Bandwürmer).