Jeden Sommer sterben Tiere eingesperrt in einem Auto, manchmal für nur «wenige Minuten». Bei grosser Hitze verwandelt sich der Innenraum in einen Backofen: Die Temperatur steigt weit schneller, als man denkt, und der Hund, der nicht wie wir schwitzt, erschöpft sich in wenigen Minuten. Hier das Warum, wie man einen Hitzschlag erkennt und vor allem, wie man ihn vermeidet.

Warum ein Auto zur Falle wird

Ein Auto in der Sonne verhält sich wie ein Treibhaus: Die Scheiben lassen das Licht herein, das die Sitze und den Innenraum aufheizt, doch die Wärme entweicht nicht mehr. Selbst an einem Tag, der Ihnen mild erscheint, kann die Innentemperatur 50 °C übersteigen. Die Fenster einen Spalt zu öffnen ändert fast nichts: Es fehlt nicht an Luft, sondern die Wärme staut sich.

Der Hund ist dabei besonders gefährdet. Anders als wir schwitzt er kaum: Er reguliert seine Temperatur vor allem durch Hecheln. Wenn die Luft bereits glühend heiss ist, genügt dieses System nicht mehr, seine Körpertemperatur gerät ausser Kontrolle und die Organe beginnen zu leiden. Das ist der Hitzschlag (Hyperthermie) — ein Notfall, der in weniger als einer Stunde tödlich sein kann. Katzen und Heimtiere sind ebenso empfindlich.

Zum Merken — Lassen Sie niemals ein Tier bei heissem Wetter allein in einem Auto: weder im Schatten, noch mit spaltbreit offenen Fenstern, noch «nur zwei Minuten».

Wie viele Grad, in welcher Zeit?

Die Messungen sind eindeutig: In einem geschlossenen Auto steigt die Innentemperatur im Schnitt um fast +20 °C in einer halben Stunde — und zwar unabhängig vom Wetter draussen. Schätzen Sie selbst:

°C
min
Das Ergebnis erscheint hier.

Schätzung nach den Referenzmessungen zum Temperaturanstieg im Fahrzeug (Null & McLaren, Pediatrics 2005): Der Anstieg hängt vor allem von der Dauer ab, kaum von der Ausgangstemperatur, und die Scheiben einen Spalt zu öffnen verringert ihn so gut wie nicht.

Einen Hitzschlag erkennen

Diese Zeichen müssen Sie sofort alarmieren:

  • Starkes und lautes Hecheln, das nicht nachlässt
  • Reichlicher Speichelfluss, dicker Geifer
  • Zahnfleisch und Zunge sehr rot (dann, schwerwiegender, bläulich oder blass)
  • Unruhe, dann im Gegenteil Abgeschlagenheit und taumelnder Gang
  • Erbrechen oder Durchfall
  • In schweren Fällen: Zusammenbruch, Krämpfe, Bewusstlosigkeit
Lebensbedrohlicher Notfall — Ein Hitzschlag kann die Organe in wenigen Minuten schädigen. Auch wenn sich das Tier zu erholen scheint, muss es einem Tierarzt vorgestellt werden, und zwar ohne zu warten.

Die richtigen Handgriffe, sofort

  1. Bringen Sie das Tier aus der Hitze und stellen Sie es in den Schatten, an einen luftigen Ort.
  2. Kühlen Sie es schrittweise ab mit kühlem Wasser — nicht eiskalt : Befeuchten Sie den Bauch, die Innenseite der Schenkel, den Hals und die Pfoten. Eiskaltes Wasser verengt die Gefässe und verlangsamt paradoxerweise die Abkühlung.
  3. Bieten Sie kühles Wasser an in kleinen Mengen, wenn es bei Bewusstsein ist, ohne es je zu zwingen.
  4. Bringen Sie es zum Tierarzt sofort, mit belüftetem Auto, und melden Sie der Praxis, dass Sie kommen.

Geben Sie kein Medikament aus eigenem Antrieb und warten Sie nicht ab, ob «es vorbeigeht».

Sie sehen ein Tier in einem Auto eingesperrt?

Beurteilen Sie zuerst seinen Zustand: Wenn es heftig hechelt, geifert, abgeschlagen wirkt oder krampft, ist es ein Notfall. Suchen Sie rasch den Besitzer (umliegende Geschäfte, Durchsage auf dem Parkplatz) und rufen Sie bei offensichtlicher Gefahr die Polizei unter 117, die eingreifen darf. In der Schweiz kann das Zurücklassen eines leidenden Tieres unter das Tierschutzgesetz (TSchG) fallen. Selbst eine Scheibe einzuschlagen ist nur als allerletztes Mittel in Betracht zu ziehen und birgt rechtliche Risiken: Ziehen Sie den Anruf bei den Behörden vor.

Vorbeugen ist besser

  • Lassen Sie Ihr Tier bei heissem Wetter zu Hause, im Kühlen.
  • Vermeiden Sie Fahrten und Ausgänge zu den heissesten Stunden.
  • Nehmen Sie immer Wasser mit und planen Sie Pausen im Schatten ein.
  • Vorsicht vor heissem Asphalt, der die Pfotenballen verbrennen kann.
  • Seien Sie besonders wachsam bei Risikotieren: Hunde mit platter Schnauze (Bulldogge, Mops…), übergewichtig, alt, herzkrank oder mit dichtem Fell.

Das Wichtigste zum Merken: Ein Auto in der Sonne wird in wenigen Minuten tödlich, der Hitzschlag ist ein tierärztlicher Notfall, und der einzige echte Schutz besteht darin, sein Tier niemals darin zurückzulassen.