Ein Hund oder eine Katze, die ab und zu erbricht — das ist häufig und meist harmlos. Doch manches Erbrechen muss alarmieren. Hier erfahren Sie, wie man den Unterschied erkennt, wann man sich Sorgen machen muss und was zu tun ist.
Erbrechen oder Regurgitieren?
Die Unterscheidung ist nützlich: Beim Regurgitieren wird Futter unverdaut, gleich nach der Mahlzeit hochgewürgt (oft ein Problem der Speiseröhre). Das Erbrechen dagegen befördert bereits verdautes Futter, Galle oder Flüssigkeit heraus (ein Problem des Magens oder ein allgemeineres). Bei Hund und Katze ist gelegentliches Erbrechen banal — sie fressen übrigens manchmal Gras, um sich Erleichterung zu verschaffen. Gut zu wissen: Nagetiere, Vögel und Reptilien erbrechen nicht, und das Frettchen zeigt seine Übelkeit durch Zähneknirschen (immer ernst zu nehmen).
Welche Anzeichen sollten alarmieren?
- Wiederholtes Erbrechen oder Erbrechen, das länger als 24 h anhält
- Blut im Erbrochenen, übler Geruch, reichlich Galle
- Das Tier behält nicht einmal mehr Wasser bei sich, wird schwächer, versteckt sich
- Schmerzhafter oder aufgeblähter Bauch, übermässiges Speicheln
Woher kommt es?
Die häufigste Ursache ist eine einfache Gastritis (Entzündung des Magens). Doch es gibt viele andere: verschluckter Fremdkörper, Darmverschluss, Erkrankung von Leber oder Bauchspeicheldrüse, Vergiftung oder eine Allgemeinerkrankung. Der Tierarzt richtet die Diagnose nach den Anzeichen aus, manchmal mit einer Blutuntersuchung, einem Röntgenbild oder einem Ultraschall.
Die Fehler, die man vermeiden sollte
- In der akuten Phase zum Fressen oder Trinken zwingen: Besser den Verdauungstrakt einige Stunden ruhen lassen und dann kleine Mengen Wasser anbieten.
- Ein Medikament für Menschen gegen Übelkeit verabreichen: Einige sind gefährlich.
- Wiederholtes Erbrechen ignorieren, «bis es vorbeigeht» — vor allem, wenn das Tier einen Gegenstand oder eine Schnur verschluckt haben könnte.
Vorbeugung
Lassen Sie keine kleinen Gegenstände, Schnüre, giftigen Pflanzen oder Lebensmittel herumliegen; stellen Sie das Futter schrittweise um; entwurmen Sie regelmässig. Viel vermeidbares Erbrechen kommt von dem, was verschluckt wurde.
Das Wichtigste in Kürze: Einmaliges Erbrechen bei einem fitten Hund oder einer fitten Katze ist nicht alarmierend; wiederholtes Erbrechen, Blut oder ein mattes Tier, das kein Wasser mehr bei sich behält, verlangen jedoch einen raschen Tierarztbesuch.