Es gibt verschiedene Arten von Bissverletzungen. Man kann sie nach den beteiligten Tierarten, der Schwere der Verletzungen oder ihren Folgeschäden einteilen.

Bisswunden erfordern immer eine korrekte, mehrfach wiederholte Desinfektion der Wunde. Oft muss das gebissene Tier zudem mit Antibiotika behandelt werden, vorzugsweise innerhalb von 24 Stunden nach dem Biss.

Die Wunden werden selten vollständig vernäht, da das Infektionsrisiko zu gross ist; falls nötig, wird ein teilweiser Verschluss mit Drainage bevorzugt.

Der Hund

  • Die meisten Bisse erfolgen innerhalb derselben Tierart. Hunde beissen einander bei Raufereien, meist aus Konkurrenz zwischen den Beteiligten, bei der jeder seine Überlegenheit über den anderen behaupten will. Diese Art von Biss ist oft harmlos.
  • Ein Hund kann auch aus Angst beissen — in diesem Fall trifft es oft Menschen, bevorzugt den eigenen Tierarzt (!) — oder aus Revierverhalten gegenüber Eindringlingen.
  • Manche Hunde fügen schwere Verletzungen zu, wenn ihr Jagdinstinkt intakt ist und sie dazu treibt, Beute zu verfolgen. Deshalb sollte man niemals vor einem Hund davonrennen, der uns Eindruck macht!
  • Hundebisse können unterschiedlich schwer sein; auch wenn sie nicht immer eine systemische Antibiotikabehandlung (über den ganzen Körper) erfordern, können ausgedehnte Nähte nötig werden.

Die Vorbeugung beruht auf der Erziehung des Hundes und der Menschen. Für Kinder werden Kurse zum Thema «Wie verhalte ich mich gegenüber einem bekannten oder unbekannten Hund» angeboten. Weitere Auskünfte bei der Vereinigung zur Prävention von Bissunfällen:
www.pam-lausanne.ch

Verschiedene sehr gut dokumentierte Broschüren können kostenlos beim BLV bestellt werden:
www.blv.admin.ch

Eine seriöse Zucht bleibt ebenfalls eine gute Garantie, um einen gesunden und psychisch ausgeglichenen Welpen zu übernehmen.

Die Katze

Die Katze beisst in drei typischen Situationen:

  • Rauferei zwischen Katzen. Nach diesen Bissen mit den kleinen, spitzen und tief eindringenden Zähnen, die oft Zahnstein tragen und von zahlreichen Keimen besiedelt sind, sind Abszesse häufig!
  • Biss eines Menschen, bevorzugt desjenigen, der die Katze bedrängt — des Besitzers oder des Tierarztes. Diese Bisse müssen immer rasch einem Arzt gezeigt werden, denn das Risiko einer aufsteigenden Infektion ist gross.
  • Beutejagd.

Nagetiere und Kaninchen

Diese Gruppe beisst hauptsächlich die eigenen Artgenossen. Da ihre Haut relativ dünn und empfindlich ist, sind Hautabrisse manchmal dramatisch. Die Besitzer bemerken die Vorfälle im Käfig nicht immer, und die anfangs unscheinbare Wunde wird plötzlich offensichtlich und ist dann oft sehr ausgedehnt.

Wenn sie Menschen beissen, können sich die kleinen, langen Zähne ebenfalls tief einbohren und Infektionen verursachen.

Die Reptilien

Je nach Reptil kann der Biss dramatisch sein. Giftige Reptilien müssen unbedingt Profis oder aussergewöhnlich erfahrenen Kennern vorbehalten bleiben.

Bisse zwischen ungiftigen Reptilien, zum Beispiel zwischen männlichen Bartagamen, können tragisch ausgehen, denn die üblichen Kriterien einer Infektion lassen sich auf Reptilien nicht anwenden. Jede Wunde muss unbedingt rasch behandelt werden, um schwere und heimtückische Komplikationen wie Wundbrand (Gangrän) zu vermeiden.

Manche Reptilien verursachen nur selten Unfälle durch Bisse, sondern eher mit ihren Krallen oder ihrem Schwanz. Auch diese Wunden können äusserst schmerzhaft und stark verunreinigt sein.

Die Vögel

Vogelschnäbel können schmerzhaft zupacken, doch in der Regel gehen Zwicker immer auf einen Fehler der Person zurück, die den Vogel handhabt, oder auf einen Vogel unter starkem Stress. Auch andere Körperteile können eine schmerzhafte Erfahrung sein, etwa die Krallen.

Die Frettchen

Beissen nie … In Wirklichkeit beissen sie im Spiel, um die Aufmerksamkeit des Besitzers zu wecken — es bleibt also beim Zwicken; nur wenige beissen aus echter Aggressivität. Nur nicht sozialisierte Tiere beissen kräftig zu. Untereinander beissen sich Frettchen zwar, fügen sich dabei aber kaum Verletzungen zu, da ihre Haut zu dick ist, um mehr als eine kleine Kruste davonzutragen.