Der Hund ist der beste Freund des Menschen, doch in letzter Zeit scheint er vor allem zum schlimmsten Feind der Gesellschaft geworden zu sein. Man fürchtet seinen Kot, der kein Glück mehr bringt, man fürchtet seine Zähne, die er doch eher zum Verspeisen seiner Feinschmeckermahlzeiten benutzt, man fürchtet seine Grösse, die nichts mit seinem Charakter zu tun hat, und man fürchtet sogar seine Farbe, was allmählich ganz und gar unsinnig wird.
Im Gegensatz zu den Hundetypen, die das Unglück haben, gross, kräftig und kontrastreich gefärbt zu sein und deren Zähne weniger schnell Zahnstein ansetzen, entwickelte sich rasch eine Begeisterung für kleine, ja sogar Mikrorassen.
Und warum auch nicht? Ein kleiner Hund lässt sich leichter zu Hause, bei Freunden, im Restaurant oder im Auto unterbringen. Er zieht nicht an der Leine, kostet weniger im Futter und lebt oft viele Jahre. Sein grösster Nachteil liegt in seinem Gesundheitszustand, der oft von angeborenen Fehlern oder Mängeln aller Art geprägt ist.
Ein zweiter Nachteil ist, dass sie dazu neigen, rasch zu beissen (zwicken = beissen), wenn ihnen etwas wirklich nicht passt. Ihre Besitzerinnen und Besitzer vergessen schnell, dass dieses Tier immer noch ein Hund ist und kein Kuscheltier, das man an den Tisch setzt, das man ins Bett nimmt, das man nicht laufen lässt, sondern ständig herumträgt, das man mit feuchten Küssen auf die Nase bedeckt und Ähnliches. Auch wenn es manchmal verlockend ist, überlässt man diese Art von Zuneigungsbekundung besser den Kindern und ihren Plüschhunden!
Denn er kann sich dieselben Krankheiten oder dieselben Parasiten einfangen wie ein grosser Hund, er leckt ebenfalls die Gerüche (und mehr!) von draussen auf, die ihm verlockend erscheinen, er frisst dieselbe Art von Nahrung. Auf der Verhaltensebene braucht er vor allem klar definierte Regeln, die den Lebensrahmen festlegen, eine Sozialisierung mit anderen Menschen und anderen Hunden sowie eine bestimmte und klare Bezugsperson. Lob ist willkommen, eine Streicheleinheit wird ebenso geschätzt.
Sie sind schnell verunsichert durch widersprüchliche Botschaften der Familienmitglieder, durch nicht befolgte Befehle sowie durch eine anthropomorphe Erwartungshaltung ihrer Halterinnen und Halter. Tatsächlich ist er wie jeder Hund, ob gross, klein, langhaarig oder kurzhaarig, brachyzephal oder nicht, jung oder alt: Seine Erziehung und seine Lebensweise müssen gewissen Grundregeln folgen, er ist kein Spielzeug und kein Kuscheltier. Auf diese Weise können der Mensch und der Hund weiterhin dieses in unserer heutigen Gesellschaft gut integrierte Gespann bilden.
Achtung, gewisse Grundregeln der Erziehung nicht vergessen, für alle Hunde, grosse, kleine oder sogar Mikrohunde!