Die Euthanasie

Selten sind die Hunde, die auf natürliche Weise sterben, und dasselbe gilt für Katzen eines gewissen Alters, die den zahlreichen Unfallmöglichkeiten bereits entkommen sind.
Die erste Indikation für eine Euthanasie ist also ein versagender Gesundheitszustand und eine düstere Prognose. Die schmerzliche Entscheidung fällt in dem Moment, in dem die Lebensqualität des Tieres verloren geht.

Eine weitere Indikation für die Euthanasie ist eine untragbare und irreversible Aggressivität.
Eine Verhaltensstörung dieser Art ist ein Risiko für die Sicherheit anderer. Eine Euthanasie in diesem Zusammenhang hat immer einen bitteren Beigeschmack, auch wenn sie stark angezeigt ist.

Diese Situationen lassen sich vermeiden, indem man das Tier von klein auf richtig sozialisiert und aggressiven Störungen ab ihren ersten Anzeichen zuvorkommt, indem man Fachleute für Tiererziehung beizieht.
Leider ist dies bei Katzen schwieriger als bei Hunden.

Auch wenn sie sehr schwer zu treffen ist, ist die Entscheidung zur Euthanasie als eine Erlösung für das Tier zu betrachten. Ihm immer unerträglicher werdende Leiden zu ersparen, ist ein Geschenk gegenüber dem langjährigen Gefährten.
Ein verbissenes Festhalten am Leben eines sterbenden und leidenden Tieres gilt als egoistisches Verhalten.

In der Regel bespricht der Tierhalter mit seinem Tierarzt den idealen Zeitpunkt für das endgültige Einschläfern. Dieser kann dem Halter helfen, sich in dieser Entscheidung zu verorten, und einige Ratschläge geben.

Die Euthanasie wird mit sehr hoch dosierten narkotischen Substanzen durchgeführt, die das Tier über die vertretbare Narkoseschwelle hinaus einschläfern. Die Vitalfunktionen kommen sanft zum Stillstand, und das Tier verspürt keinen Schmerz.

Danach wird der Körper in der Regel eingeäschert. Das Gesetz erlaubt eine Bestattung, sofern das Gewicht des Tieres 10 kg nicht übersteigt. Doch ist es nicht immer einfach, ein genügend tiefes Loch zu graben, um das Aufscharren durch Wildtiere zu verhindern.

Mehrheitlich kümmern sich die Tierärzte also darum, den Körper des Tieres bei einem Einäscherungszentrum abzugeben.

Der Halter kann die Rückgabe der Asche verlangen, doch das ist kostspielig und langwierig, da die Einäscherung in diesem Fall einzeln und in spezialisierten Krematorien erfolgt.

Die Tage nach einer Euthanasie sind die schwierigsten. Es ist ratsam, sich von den Sachen seines verstorbenen Tieres zu trennen, und vor allem, dass Zeit vergeht.

Manche Menschen wünschen sich sofort einen neuen Gefährten, andere warten lieber ein wenig. Das ist normal, und jeder ist anders.
Manche Menschen verspüren mitunter ein Schuldgefühl oder einen Zweifel oder werden sich des Verlusts ihres Tieres schlagartig bewusst; in diesen Fällen bleibt der Tierarzt stets ein offenes Ohr.

Seine Verfügbarkeit für eine Euthanasie endet nicht mit dem Lebensende des Tieres, sondern setzt sich je nach Wunsch des Halters auch darüber hinaus fort.