Die Echsen (Saurier) sind überwiegend eierlegend (ovipar), das heisst, die Weibchen legen Eier. In der Regel ist die Zahl der Eier verblüffend hoch und füllt die gesamte Leibeshöhle (Zölomhöhle) des Weibchens, das im Verlauf der Trächtigkeit meist appetitlos ist. Beim Grünen Leguan (Iguana iguana) liegt die durchschnittliche Eizahl bei 40 bis 50 Eiern. Die Tragzeit hängt von den Umgebungsbedingungen ab; bei der Grünen Wasseragame (Physignathus cocincinus) beträgt sie im Schnitt 2 Monate.
Die grössten medizinischen Probleme im Zusammenhang mit der Fortpflanzung sind Erkrankungen aufgrund eines fehlenden geeigneten Legeplatzes. In der Natur wählen die wild lebenden Echsen ihren Legeplatz sorgfältig aus und finden eine Tiefe und ein Terrain nach ihrem Geschmack, was die Seltenheit der Legenot bei Echsen in freier Wildbahn erklärt.
In Gefangenschaft hingegen wird der Legeplatz oft unterschätzt. Kein Ort, kein geeignetes Substrat, nicht genug Tiefe zum Eingraben der Eier, zu viel Stress, andere Artgenossen usw. – die Fehler sind vielfältig. Ist die Echse unzufrieden, verweigert sie die Eiablage, was zu Legenot führt, die sich verkompliziert und oft eine medizinische Behandlung, ja sogar eine Operation erfordert.
Eine Möglichkeit besteht darin, im Terrarium eine Legebox anzubieten. Diese gleicht einem undurchsichtigen Behälter mit einem kleinen Eingang an der Seite (übrigens dasselbe bei Schlangen, mit der Öffnung nach oben). Man füllt sie zur Hälfte mit leicht feuchtem, aber nicht durchnässtem Substrat (z. B. Vermiculit, Sand, manchmal Torfmoos). Mindestens 80% Feuchtigkeit ist nötig. Die Umgebungstemperatur wird auf etwa 28-30°C eingestellt. Das Substrat muss tief genug sein; beim Leguan rechnet man mit 30 bis 60 cm Tiefe!
Ein Problem ist, dass sich die Echse manchmal von dieser seltsamen Box abwendet und daneben ablegen möchte. Eine Alternative besteht darin, das ganze Terrarium in eine «Legebox» zu verwandeln. In diesem Fall fügt man oben eine trockene Plattform zum Ausruhen hinzu, die mit einer Wärmelampe ausgestattet wird.
Wenn die Eier gelegt sind, gibt es zwei Möglichkeiten: Entweder sind die Eier vertrocknet und wegzuwerfen, oder sie wirken frisch und haben eine Chance, sich zu entwickeln. Dann kann man versuchen, sie zu bebrüten.
Inkubation:
28-30°C
90-100% Luftfeuchtigkeit
Die Eier zur Hälfte in feuchtes Vermiculit eingraben und mit etwa 3 cm leicht feuchtem Torfmoos bedecken.
Für Eier der Grünen Wasseragame (Physignathus cocincinus) etwa 2 Monate Entwicklung einrechnen.
Wenn die Eier nicht am geeigneten Ort gelegt wurden (z. B. in der Höhe wie bei gewissen Geckos), kann man sie in einen Inkubator überführen. Achtung, sie nicht drehen!
Wenn einzelne Eier die Farbe wechseln und die Schale austrocknet, muss man sie entfernen oder ihren Inhalt mit Spritze und Nadel entleeren, um das Risiko einer Bakterienübertragung auf die gesunden Eier zu verringern.
Schemata und ergänzende Informationen finden sich im Atlas de terrariophilie, vol 3, Les lézards, éd. Animalia.