Die Squamaten (die Schlangen und Echsen) besitzen die Besonderheit, sich in regelmässigen Abständen zu häuten, alle 1 bis 3 Monate je nach Art und ihrem physiologischen und umweltbedingten Zustand.

Die Häutung ermöglicht es der Oberhaut, sich zyklisch zu erneuern.

Die Schlange häutet sich in der Regel in einem Stück, samt den Augenkappen (Brillen). Die Echse hingegen häutet sich in Teilen. Kurz vor der Häutung nimmt das Reptil ein weniger glänzendes Aussehen an und seine Oberhaut wird stumpf.
Die Schildkröten, die nicht zu den Squamaten gehören, häuten sich unauffälliger, indem sie Schilder verlieren.

Die Häutungsstörungen

Eine Schlange mit einem Häutungsproblem häutet sich oft in kleinen Stücken, wenig gleichmässig, wobei die Häutungsfetzen an der Oberhaut kleben bleiben. Sehr häufig verliert sie die Augenkappen nicht (persistierende präkorneale Brillen), wie es sein sollte. Die Augen bleiben stumpf und trüb.

Eine Echse mit Häutungsproblemen sammelt die abgestorbenen, aber nicht gehäuteten Schuppenfetzen an; dieses Phänomen tritt Schicht um Schicht auf, wenn zuvor nichts unternommen wird. Mit der Zeit bilden diese Schichten Beulen, die weniger erfahrene Besitzer mit Tumoren oder Zysten verwechseln. Einschnürungen der Zehen durch die Ringe eingeklemmter Fetzen schnüren die Extremitäten ab und lassen sie absterben.

Das allgemeine Erscheinungsbild der Oberhaut wirkt zerknittert, ausgetrocknet und stumpf. Manchmal begleitet Juckreiz diese Art von Problem. Mittelfristig bedrohen Hautentzündungen die Gesundheit des Reptils, persistierende Brillen können eine Erblindung verursachen.

Wenn die gesamte Häutungshaut (Exuvie) am Integument kleben bleibt, spricht man von einer blockierten Häutung.

Häutungsprobleme sind in freier Wildbahn selten, die Gefangenschaft begünstigt dieses Syndrom leider.
Die Ursachen sind oft umweltbedingter Herkunft:

  • Zu niedrige Luftfeuchtigkeit, allgemein eine Dehydrierung
  • Ungenügende Umgebungstemperatur
  • Stress und Manipulationen in den Tagen vor der Häutung
  • Schlechte oder fehlende raue Unterlage im Terrarium zum Reiben

Weitere krankhafte Ursachen können die Häutungsstörungen begünstigen, obwohl auch diese oft indirekt mit Problemen der Lebensbedingungen oder der Hygiene zusammenhängen):

  • Infektionen, Hautentzündungen parasitären (Milben), bakteriellen oder pilzlichen Ursprungs
  • Neurologische Erkrankungen, Enzephalopathien
  • Hypothyreose
  • Narben von Wunden, von Verbrennungen

Die Behandlung

Zwingend.

  1. Die Ursache behandeln, wenn man sie bestimmt, und/oder die Haltungsbedingungen überprüfen.
  2. Das Reptil rehydrieren, Bäder bei 30°C, dann kann man sehr behutsam versuchen, die Fetzen mit einem angefeuchteten Wattestäbchen zu entfernen, das man in den abzulösenden Zwischenraum schiebt.
  3. Bei persistierenden präkornealen Brillen einen Tierarzt aufsuchen.

Die Vorbeugung

Die Vorbeugung ist immer und immer wieder die zu bevorzugende Lösung!

Achten Sie auf die Hygiene, die Luftfeuchtigkeit, die Temperatur, die Belüftung, die Ernährung, das Terrarienzubehör. Vergessen Sie die Quarantänemassnahmen nicht, wenn nötig.
Befeuchten Sie die Oberhaut, sobald die ersten Anzeichen einer Häutungsstörung auftreten.

Oft lösen korrigierte Fehler bei den Lebensbedingungen dieses Problem recht rasch, vor allem wenn man sich bestmöglich an die betreffende Art anpasst.