1. Klassifikation
  2. Biologische und physiologische Besonderheiten
  3. Haltungsbedingungen
  4. Wichtigste Krankheitsbilder

Klassifikation

Klasse: Säugetiere
Ordnung: Nagetiere
Unterordnung: Sciurognatha (Wilson und Reeder) oder Myomorpha
Familie: Cricetidae
Unterfamilie: Cricetinae
Gattung: Mesocricetus
Art: auratus
Gebräuchlicher Name: Syrischer Hamster, Goldhamster

Biologische und physiologische Besonderheiten

  • Adultgewicht: Männchen 85-150 g, Weibchen: 95-130 g.
  • Körperlänge: 15-17 cm
  • Schwanzlänge: 1.2cm
  • 4 Zehen an den Vordergliedmassen und 5 Zehen an den Hintergliedmassen
  • Zahnformel:
Oberkiefer 1 0 0 3
I C PM M
Unterkiefer 1 0 0 3

Biologische Parameter

  • Lebensweise: Der Hamster ist nachtaktiv. In der Natur gräbt er tiefe Baue und legt zuweilen beträchtliche Vorräte an.
  • Sozialsystem: Es ist ein Einzelgänger; Männchen und Weibchen haben ihren eigenen Bau. Untereinander können sie im Erwachsenenalter aggressiv sein, weshalb man sie trennen sollte.
  • Hamster halten von November bis März Winterschlaf.
  • Sie leben 2 bis 3 Jahre

Fortpflanzungsphysiologie

  • Hamster sind bei den Männchen zwischen 60 und 65 Tagen und bei den Weibchen zwischen 40 und 45 Tagen geschlechtsreif.
  • Die Paarungszeit dauert von Mai bis September. Das Hamsterweibchen hat einen spontanen Eisprung und trägt seine Jungen 15-16 Tage lang.
  • Man muss das Muttertier während der Trächtigkeit und der Geburt isolieren, da bei Hamstern Kannibalismus häufig ist.
  • Die Jungen haben bei der Geburt geschlossene Augen und öffnen sie mit 15 Tagen. Sie wiegen 1.5-2 g. Das Weibchen kann im Schnitt 5-9 haben und 8-10 Würfe pro Jahr.
  • Die Jungen sind zwischen 20-25 Tagen abzusetzen.

Lebensraum

  • Der ideale Käfig wäre 60x30x60 cm gross, idealerweise mindestens 0.5 bis 1m2, die Höhe bis 100cm, mit waagrechten Gitterstäben, ein grosses Gehege mit tiefem Einstreukasten oder ein Terrarium mit Deckel. Die Einstreu muss eine 40 cm tiefe Schicht bilden und sollte 1-2 Mal pro Woche erneuert werden. Zubehör, das den Hamster erfreut, sind eine senkrechte Trinkflasche, ein Laufrad, eine Leiter, Röhren als Gänge, Zweige, Verstecke, ungefärbtes Haushaltspapier zum Nestbau und Nagezweige (Buche, Haselnuss, unbehandelte Obstbäume).
  • Für optimales Wohlbefinden des Hamsters muss die Temperatur zwischen 21-25°C liegen, die Luftfeuchtigkeit zwischen 30-70% und die Beleuchtungsdauer 12 Stunden betragen.

Ernährung

  • Der Hamster ist ein allesfressendes Nagetier.
  • Er braucht eine industrielle Alleinfuttermischung oder Hamster-Pellets mit 16% Protein und 4-5% Fett oder eine hausgemachte Ration mit: Körnern, Haferflocken, Gemüse, frischem Obst, tierischem Eiweiss (Milch, hart gekochtes Ei, Fleisch).
  • Hamster neigen zu Übergewicht; man sollte 10-15 g Futter pro erwachsenes Tier geben und sich daran halten.

Fixierung

Man kann sich in zwei Situationen befinden:

– Der Hamster ist ruhig und wird oft angefasst: Der richtige Griff besteht darin, den Bauch zwischen Daumen und Zeigefinger zu umfassen und den Hamster auf die flache andere Hand zu setzen. Man kann ihn auch mit beiden hohl aneinandergelegten Händen aufnehmen.

– Der Hamster ist aggressiv: Man wickelt ihn in ein Tuch oder fängt ihn mithilfe einer leeren Schachtel.

Vermeiden Sie es, ihn am Nackenfell zu greifen.

Wichtigste Krankheitsbilder

Parasitäre Dermatosen

  • Die Demodikose ist die häufigste Milbenerkrankung des Hamsters. Ein diffuser oder lokaler Haarausfall muss stets an eine parasitäre Ursache denken lassen. Der Tierarzt bestätigt die Diagnose durch die mikroskopische Untersuchung von Hautgeschabsel. Dieser Parasit ist häufig beim alten oder immungeschwächten Hamster (mit Cushing oder einem Lymphom).
  • Flöhe sind selten; es handelt sich um einen Befall durch den Katzenfloh.
  • Mykosen sind ebenfalls selten.

Bakterielle Dermatosen

Die bakteriellen Dermatosen entstehen durch Bisswunden zwischen Männchen, durch nässende Hautentzündungen bei Übergewicht oder schlechten Hygienebedingungen, durch Sekundärinfektionen von Bissen oder Ektoparasiten oder schliesslich durch einen Abszess, was aber selten ist.

Endokrine Dermatosen

  • Das Cushing-Syndrom entwickelt sich bei älteren Tieren durch eine Überfunktion (Hyperplasie) der Nebennieren. Die klinischen Zeichen sind ausgedehnter Haarausfall, gesteigerte Wasseraufnahme und häufigeres Harnen, die Haut des Tieres pigmentiert sich stärker (Hyperpigmentierung), ein hängender Bauch. Leider gibt es keine Behandlung.

Weitere Arten von Erkrankungen werden beim Hamster beobachtet:

  • Die Verstopfung der Backentaschen durch Fremdkörper oder durch ein Übermass an Nahrung.
  • Entzündung oder Adenom der Flankendrüse.
  • Der Syrische Hamster besitzt an jeder Flanke eine Duftdrüse zur Reviermarkierung, bei den Männchen stärker pigmentiert.

Hauttumoren

  • Zwei Arten von Tumoren betreffen den Hamster:
  • Melanome sind am häufigsten.
  • Die epitheliotropen T-Lymphome, deren klinisches Zeichen verstreute Knötchen mit einer Neigung zu Geschwüren und Juckreiz sind.

Verdauungserkrankungen

  • Zahnfehlstellung (Malokklusion) der Schneidezähne genetischen Ursprungs.
  • Proliferative Ileitis (Wet-Tail-Krankheit, «nasser Schwanz»), die durch Lawsonia intracellularis verursacht wird. Sie betrifft vor allem junge Tiere im Alter von 3 bis 10 Wochen. Die Sterblichkeitsrate dieser Krankheit ist hoch.
  • Weitere Enteropathien bakteriellen Ursprungs: die Tyzzer-Krankheit, die Enterotoxämie, die Salmonellose und die Kolibazillose.
  • Enteritiden parasitären Ursprungs.
  • Enteritiden iatrogenen Ursprungs, hauptsächlich infolge von Antibiotika aus der Gruppe der Beta-Lactame, doch alle Antibiotika sind potenziell toxisch. Sie begünstigen die Entwicklung von Clostridium difficile.

Atemwegserkrankungen

  • Rhinitis: seröser oder eitriger Nasenausfluss, verbunden mit Augenausfluss.
  • Lungenentzündung: mit schlechter Prognose.
  • Erreger: Streptococcus pneumoniae, Pasteurella, Sendai-Virus

Erkrankungen der Fortpflanzung

  • Metritis: Bei dieser Infektion besteht ein eitriger und anhaltender Scheidenausfluss. Er darf nicht mit dem zähflüssigen Ausfluss nach dem Östrus verwechselt werden, der einen Tag dauert und alle vier Tage wieder auftritt.
  • Aborte: Sie können drei Ursachen haben; Umweltstress, einen zu grossen Wurf oder eine infektiöse Ursache.