Haltung
In einem Aussenbecken aus Beton, mit einer PVC-Folie (mindestens 0,8 cm).
Beim Aushub wird das Gelände so eingeebnet, dass Stufen auf verschiedenen Höhen entstehen.
Ist das Becken einmal fertig, muss man in jedem Fall 2 bis 3 Monate warten, bevor man die Schildkröten hineinsetzt. Höhenunterschiede und Böschungen werden so vorgesehen, dass die Schildkröten jederzeit an den Beckenrand steigen können, um ein Sonnenbad zu nehmen.
Beispiele für Teichpflanzen: Lotos, Seerose, Wasserhyazinthe, Hahnenfuss, Papyrus, Schachtelhalm, Iris, Froschlöffel…
Tropische Arten, die aufgrund ihrer Temperaturansprüche nicht das ganze Jahr im Freien bleiben können, benötigen ein Aquarium.
Das Aquarium ist eine künstliche Umgebung, in der es besonders illusorisch ist, ein natürliches Biotop nachzubilden; Vorrang hat daher eine einwandfreie Hygiene.
Die Einrichtung umfasst einen Landteil, der ein Drittel der Gesamtfläche des Aquariums einnimmt.
Die Reinigung des Beckens erfolgt etwa jeden Monat, beim Filter 2-3 Mal pro Monat.
Ernährung
Nicht alle Wasserschildkröten sind Fleischfresser, wie viele von uns sich das vorstellen könnten. Einige Arten oder die Jungtiere sind Fleischfresser und werden mit dem Erreichen des Erwachsenenalters hauptsächlich zu Pflanzenfressern. Die allergrösste Mehrheit der Wasserschildkröten ist jedoch Allesfresser.
In Gefangenschaft muss die Auswahl der angebotenen Nahrung unbedingt die Ernährungsbesonderheiten jeder Art berücksichtigen. Erwachsene Tiere werden mindestens 2- bis 3-mal pro Woche gefüttert, während die Jungtiere täglich fressen müssen. Man sollte ihnen eine möglichst abwechslungsreiche Nahrung bieten.
Für die Bedürfnisse der Schildkröten geeignete Nahrung:
Pflanzen und Früchte: Algen, Kresse, Wasserhyazinthe, Schraubenalgen (Spirogyra), Löwenzahn, Römersalat, Randenblätter, Brokkoliblätter, Rübenblätter, Endivien, Mangold, Spinat, Hibiskusblätter und -blüten, Maulbeerblätter.
Fleisch: Kalbsleber, Herz und Magen von Geflügel.
Wirbeltiere: Mäuse, Ratten und andere Nagetiere, Frösche, Küken, ganze frische Fische (Elritzen, Rotaugen, Moskitofische, Guppys, Aale, Sandaale), aber auch Lachsstücke und Seehechtfilet, Froschschenkel.
Wirbellose: Wasser- und Landschnecken, Krebstiere (Flusskrebse, Garnelen…), Zuckmückenlarven und Regenwürmer.
Künstliche Nahrung: Reptilienfutter (getrocknete Pellets), Pudding (gefärbte, gelatineartige Paste, deren Zutaten je nach Inspiration variieren! Beispiel: Küchengelatine, frische Forelle, frische Garnelen, Muscheln, Rindsschnitzel, Eier, Milch, Babygläschen, Kaninchen- oder Geflügelleber…)
Vitaminpräparate: Ist die Ernährung ausgewogen, erübrigt sich eine Zugabe. Hingegen kann man auf dem Beckenboden Bruchstücke von Austernschalen und Eierschalen verstreuen, die die Schildkröten regelmässig zur Kalziumaufnahme fressen. Sepiaschalen (Schulp) werden ebenfalls empfohlen.
Pflanzen: Kopfsalat, Endiviensalat, Zucchini, Karotte, Gurke, Pilze, Erdbeere, Banane, Apfel, Rosenkohl, Blumenkohl, Chinakohl, Rübe
Fleisch: Hirn, Nieren, Hackfleisch, gekochter oder roher Schinken.
Fische und Krebstiere: Sardine, Stint, Sardelle, Alse, Karpfen, Hering, Groppe, Wels, Goldfisch, getrocknete Garnelen oder Bachflohkrebse.
Von Hunde- und Katzenfutter wird dringend abgeraten!
Fortpflanzung
In der Regel sind die Weibchen grösser als die Männchen, doch das beste Unterscheidungsmerkmal ist die Dicke des Schwanzansatzes, die beim Männchen ausgeprägter ist.
Tropische Arten paaren sich das ganze Jahr über, doch die Weibchen neigen dazu, jedes Jahr in denselben Zeiträumen Eier zu legen. Die Paarungsrituale sind je nach Art mehr oder weniger komplex und mehr oder weniger heftig. Aufgrund seiner Aggressivität kann das Männchen das Weibchen töten, insbesondere wenn dieses nicht paarungsbereit ist; es ist daher ratsam, sie zu trennen und sie nur ein- bis zweimal pro Jahr im selben Becken zusammenzusetzen, um die Paarung auszulösen.
Eiablage: Sie erfolgt 3 bis 4 Wochen nach der Paarung. Das Weibchen sucht einen gut besonnten, feuchten Ort recht nahe am Becken, oft in der Nähe der Umzäunung des Geheges. Es gräbt ein Nest, legt darin seine Eier ab und verschliesst es wieder. Der Eingang dieses Nests lässt sich von einem geübten Auge erkennen, kann aber durchaus unbemerkt bleiben, so sorgfältig geht Frau Schildkröte zu Werke!
Die Weibchen kümmern sich, von seltenen Ausnahmen abgesehen, nie um die Eier oder die Neugeborenen. Das Einsammeln der Eier erfolgt schnellstmöglich; je länger man wartet, desto riskanter wird der Vorgang. Das Umdrehen eines Schildkröteneis kann den Tod des Embryos verursachen. Anschliessend muss man sie in einen Brutkasten legen.
Winterschlaf
Wasserschildkröten gemässigter Klimazonen halten im Aussenbecken Winterschlaf, und die Mehrheit überwintert im Wasser, doch gewisse Arten entscheiden sich für den Landteil des Beckens. Ein Unterschlupf aus Holz oder massiver Bauweise ist dann nötig, ebenso mehrere grosse Haufen aus Pflanzenmaterial (altes Stroh, gemähtes Gras, trockene Blätter oder Mist), die im Gehege verteilt werden und unter denen sich die Schildkröten verkriechen können.
