Juckreiz bei der Maus hängt oft mit dermatologischen Problemen zusammen. Parasiten, Bakterien, Hefen, Mykosen, Viren, ernährungsbedingte, umweltbedingte — zahlreiche dermatologische Faktoren können die Ursache des Juckreizes sein. Je nach Ausprägung des Juckreizes lassen sich auch Stoffwechselstörungen vermuten.
Die Ektoparasiten
- Die Räudemilben. In geringer Zahl verursachen sie keine sichtbaren klinischen Symptome. Starke Befälle führen infolge des heftigen Juckreizes rasch zu Selbstverletzungen. Fellverlust, Krusten, Juckreiz, allenfalls ein stumpfes und struppiges Fell gehören zu den klinischen Symptomen. Je nach genauer Milbenart kann die Lokalisation der Beschwerden variieren. Bestimmte Inzuchtlinien leiden besonders unter einer Allergie gegen eine bestimmte Milbenart, was die Beschwerden verstärken kann. Immungeschwächte Mäuse oder trächtige Weibchen sind ebenfalls gefährdet. Beim Tierarzt gibt es Behandlungen.
- Läuse. Selten, Achtung vor dem Zoonoserisiko.
- Flöhe. Nur bei Mäusen, die mit Katzen oder Hunden zusammenleben.
Die Endoparasiten
Bestimmte Endoparasiten können Juckreiz am After und am Schwanzansatz verursachen.
Die bakteriellen Infektionen
Sie verursachen oft ulzerierende, manchmal nekrotisierende Dermatitiden, die mehr oder weniger starken Juckreiz auslösen können. Eitrige Abszesse werden hauptsächlich durch Bakterien verursacht, manchmal im Zusammenhang mit primären Verletzungen infolge von Rangkämpfen. Bakterielle Dermatitiden sind oft Folge einer anderen primären Hauterkrankung.
Ihre Diagnose erfolgt nach Untersuchung der klinischen Symptome, Probenahmen und Kulturen. Ihre Behandlung ist klassisch, mit Auskratzen der Abszesse, Desinfektion und Antibiotikatherapie.
Die viralen Infektionen
Sie verursachen selten Juckreiz, weisen jedoch eine hohe Sterblichkeit auf. Fellveränderungen, ein stark reduzierter Allgemeinzustand, dermatologische Symptome (von der Schwellung bis zur Amputation) sind Warnzeichen.
Pilzinfektionen
Dermatophyten sind bei Mäusen häufig; man spricht von 60% infizierter Mäuse. Dennoch verursachen sie nur selten klinische Symptome, die in der Regel lokalisierte Alopezien (Fellverlust) mit einem manchmal rötlichen und krustigen Ring sind. Diagnose und Behandlung erfolgen beim Tierarzt.
Verschiedenes
- Nährstoffmängel verursachen Alopezien, aber wenig Juckreiz.
- Verhaltensbedingte Faktoren wie das Ausrupfen des Fells bei unterlegenen Mäusen, Rangkämpfe.
- «Ringtail», ein Zustand, der durch eine feuchte Umgebung und bei Jungtieren begünstigt wird. Einschnürung des Schwanzes, die zu einer Amputation führt. Kein Juckreiz.
- Eine Vaskulitis immunologischen Ursprungs. Bei Labormäusen führt sie zu einer ulzerierenden Dermatitis.
- Neoplasien. Können zu Kratzen aus Unbehagen oder Schmerz führen.
- Idiopathische trockene Gangrän der Ohrmuscheln. Bei jungen Mäusen können eine kalte Umgebung, übermässige Fellpflege und Läuse dieses Syndrom auslösen, das die Ohren nekrotisieren lässt. Es ist ungewiss, ob der häufig anzutreffende Zustand der Selbstverstümmelung des Gesichts mit Nekrose der Ohren, der langfristig jeder Behandlung widersteht, direkt mit diesem Syndrom zusammenhängt oder mit einer Nephritis, die Ursache intensiver Juckreizempfindungen sein könnte. Eine Behandlung ist derzeit noch nicht bekannt.