Die Hündin erreicht die Geschlechtsreife mit etwa 7 Monaten bis 1 Jahr, je nach Rasse sogar erst mit 18 Monaten. Der Rüde ist in der Regel etwas früher so weit. Zur Zucht sollte man eine Hündin nicht vor 2 Jahren einsetzen, bei einer Erstgebärenden höchstens bis zu einem Alter von 5 Jahren.

Die Läufigkeit der Hündin tritt häufig 2x pro Jahr auf. Beim ersten Mal kann sie unauffällig und kurz sein, danach dauert sie jedoch 3 Wochen mit weisslichem und blutigem Ausfluss. Die Hündin ist in der Regel zwischen dem 7. und dem 10. Tag fruchtbar, doch jede Ausnahme ist die Regel!

Der Blutausfluss ist reichlich und erfordert oft einen Schutz. Der Spaziergang an der Leine und die Disziplin, die Hündin nicht allein im Garten zu lassen, sind absolut notwendige Massnahmen.

Die Hündin kann sich bis zu einem Alter von 7-8 Jahren fortpflanzen, sofern sie zuvor bereits Würfe hatte. Sie kommt nie in die Wechseljahre, daher wird dringend empfohlen, die Hündin nach dem Ende ihrer «Karriere» als Zuchthündin sterilisieren zu lassen.

Der Deckakt ist nicht immer so einfach, auch wenn die Rüden guten Willen zeigen. Bei Erfolg bleiben die beiden Hunde mindestens eine 1/2 Stunde aneinander hängen. Man darf auf keinen Fall versuchen, sie zu trennen. Der Eimer kaltes Wasser ist eine gute Idee vor dem eigentlichen Deckakt, um die Lust auf einen unerwünschten Versuch zu bremsen, ist danach aber völlig abzuraten!

Die Trächtigkeit dauert im Durchschnitt 63 Tage; sie lässt sich ab dem 21. Tag per Ultraschall oder vom 26. bis zum 29. Tag per Bluttest überprüfen. Die Föten sind ab dem 42. Tag im Röntgenbild sichtbar. Es kann zahlreiche Föten geben, je nach Rasse bis zu 9-10.

Die Welpen sind bei der Geburt wenig entwickelt, sie öffnen die Augen nach 10-14 Tagen. Die Entwöhnung erfolgt mit 2 Monaten.

Aber..

Die Entscheidung, mit der Zucht eines Hundes zu beginnen, will gut überlegt sein. Eine Zucht, die seriös sein will, muss nämlich zahlreiche Bedingungen erfüllen:

  1. Die Elterntiere müssen von der kynologischen Gesellschaft über den Rasseklub anerkannt sein. Das bedeutet je nach Rasse Untersuchungen bestimmter Gelenke (Hüften, Ellbogen, allenfalls weitere), der Stabilität der Kniescheiben, der Augen usw. Man muss also mit gewissen Tierarztkosten für diese Untersuchungen rechnen. Bestimmte genetische Defekte dürfen nämlich nicht an die Nachkommen weitergegeben werden. Zudem sind einige Ausstellungen einzuplanen.
  2. Die Elterntiere müssen ein freundliches, geselliges und nicht ängstliches Wesen haben.
  3. Eine Trächtigkeit und eine Geburt können manchmal unglückliche Überraschungen bereithalten.
  4. Die Aufzucht der Welpen erfordert enorm viel Verfügbarkeit und Verantwortung. Es sind der Züchter und die Mutterhündin, die grösstenteils für die ersten Wochen der Sozialisierung der Welpen verantwortlich sind. Das braucht Zeit, Kenntnisse über Hunde, technische Hilfsmittel (z. B. Geräusch-CD) usw. Zu viele Welpen erfordern 2 erwachsene Hündinnen für ihre Erziehung.
  5. Das Gesetz verlangt, dass der Züchter die Mikrochips bei den Welpen setzen und registrieren lässt, bevor er sie abgibt oder verkauft. Ausserdem muss sich jede Person, die mit ihrem Hund Würfe zieht, beim Veterinärdienst ihres Kantons anmelden.
  6. Medizinisch gesehen sind Entwurmungen bereits in den ersten Lebenswochen nötig, danach beginnen die Impfungen mit etwa 8 Wochen.

Man sieht also, dass die Hundezucht keine Kleinigkeit ist, sondern vielmehr ein Bewusstwerden der eigenen Verantwortung. Sie sollte in der Regel seriösen Fachleuten vorbehalten bleiben, um amateurhafte und schlecht sozialisierte Zuchten zu vermeiden, die Ursache jener aggressiven Auswüchse sind, welche unseren Kanton zu schwer umsetzbaren und sehr umstrittenen Massnahmen veranlasst haben.

Die Zucht bedeutet einen finanziellen, zeitlichen und persönlichen Aufwand. Ein Züchter steht den neuen Besitzern zudem für verschiedene Ratschläge zur Verfügung. Es ist ein Job, vielleicht ein Teilzeitjob, aber eine Arbeit im wahrsten Sinne des Wortes.

Auch die Gewinnabsicht muss im Hintergrund bleiben, denn es sind vor allem die Freude an und das Interesse für diese Art erzieherischer Arbeit, die bei der Entscheidung, mit einer Zucht zu beginnen, überwiegen müssen — selbst wenn es nur einmalig ist!