1. Ursprünge
  2. Klassifikation
  3. Biologische und physiologische Besonderheiten
  4. Haltungsbedingungen
  5. Wichtigste Krankheitsbilder
  6. Atemwegserkrankungen

Die Ursprünge

Die domestizierte Chinchilla-Art entspricht der Kreuzung zweier Wildarten, C. Laniger x C. Brevicaudata. Die Art C. Laniger kommt in den Andenregionen Chiles zwischen 3'000 und 4'000 Metern Höhe vor. Sie ist fast ausgestorben, doch man weiss, dass sich eine Kolonie in Tadschikistan wieder angesiedelt hat. Die Art C. Brevicaudata findet sich im Grenzgebiet von Argentinien, Chile und Peru.

Die Klassifikation

Klasse: Säugetiere
Ordnung: Nagetiere
Unterordnung: Hystricognatha (Wilson oder Reeder) oder Caviomorpha oder Hystricomorpha
Familie: Chinchillas (Chinchillidae)
Gattung: Chinchilla
Art: laniger und brevicaudata
Gebräuchlicher Name: Chinchilla

Die biologischen und physiologischen Besonderheiten

Adultgewicht (das Weibchen ist grösser als das Männchen)
Männchen: 400 bis 500 g
Weibchen: 450 bis 800 g

Körperlänge: 25-30 cm

Schwanzlänge: 7-15 cm

Zahnformel:

Oberkiefer 1 0 1 3
I C PM M
Unterkiefer 1 0 1 3

Das Chinchilla hat 5 Zehen an den Vordergliedmassen und 4 Zehen an den Hintergliedmassen.

Biologische Parameter

Lebensweise: Das Chinchilla ist dämmerungs- und nachtaktiv, passt sich aber dem Tagesrhythmus seiner Halter an. Es ist ein ausgezeichneter Kletterer.

Sozialsystem: In freier Wildbahn lebt das Chinchilla in Kolonien von 10-100 Tieren, die sich mit Lautsignalen gegen den Angriff von Raubtieren organisieren. Die Einzelhaltung des Chinchillas ist verboten.

Es frisst 30-40 g Nahrung pro Tag und trinkt 10-20 ml pro Tag.

Seine Temperatur liegt bei 38 °C bis 39 °C.

Das Chinchilla lebt etwa 10 Jahre, doch es wurden Rekorde von 20 Jahren verzeichnet.

Fortpflanzungsphysiologie

Alter der Geschlechtsreife: Männchen: 9 Monate, Weibchen: 4-5 Monate; fortpflanzen lassen sollte man sie jedoch erst zwischen 7-9 Monaten.

Die Paarungszeit dauert von November bis Mai. Der Zyklus des Weibchens dauert 30-50 Tage, polyöstrisch. Die eigentliche Brunst dauert im Durchschnitt 31 Tage, ist aber sehr variabel. Beim Chinchilla-Weibchen erfolgt die Ovulation spontan. Die Trächtigkeitsdauer kann von 110 Tagen bis 120 Tagen reichen, im Durchschnitt 112 Tage.
Die Neugeborenen haben bei der Geburt offene Augen und Zähne. Sie wiegen zwischen 30 und 60 g. Ihre Mutter kann 2 Würfe pro Jahr haben und zwischen 1 und 5 Junge pro Wurf.
Die Jungen sollten zwischen 6 und 8 Wochen abgesetzt werden, was die Trennung von Eltern und Kindern bedeutet.
Das Weibchen hat insgesamt 6 Zitzen.
Die Brunst kann 12-24 Stunden nach der Geburt erneut auftreten.

Lebensraum

Chinchillas brauchen einen grossen, geräumigen Käfig mit mehreren Etagen von mindestens 2m x 2m x 2m.
Als Einstreu kann man Heu in dicker Schicht, Stroh, Hanf oder Rindenspäne verwenden. Nötig ist auch ein Sandbad mit spezifischer Badeerde oder ersatzweise eine Mischung aus Talk und feinem Sand zu gleichen Teilen, in dem sie ein Bad nehmen können, um den überschüssigen Talg auf ihrer Haut zu entfernen.
Den Käfig nicht an einem feuchten oder zugigen Ort aufstellen und ein Holznest erhöht an einer der Käfigseiten anbringen. Den Käfig mit grossen Ästen ausstatten, um Bewegung zu gewährleisten.
Die Temperatur am Standort der Chinchillas sollte bei 18-20 °C liegen, mit 12 Stunden Beleuchtung, und die Luftfeuchtigkeit sollte 30-70% betragen.

Ernährung

Das Chinchilla ist ein strikt pflanzenfressendes Nagetier, das zwischen 50 und 90 g Nahrung pro Tag frisst. Es benötigt eine trockene Ernährung mit 30 g Alleinfutter in Form von Pellets mit 18-20% Protein, Heu guter Qualität nach Belieben und ab und zu etwas Gemüse und Obst.

Fixierung

Da das Chinchilla beissen kann, muss man es sanft handhaben. Eine Hand auf Höhe der Schultern und die andere auf Höhe des Hinterteils legen. Man kann das Chinchilla auch an der Schwanzwurzel fassen. Vor allem das Schwanzende und das Einklemmen der Haut vermeiden.

Die wichtigsten Krankheitsbilder

Verdauungserkrankungen

  • Zahnanomalien und Fehlstellungen (Malokklusionen)
  • Magen-Darm-Erkrankungen ernährungsbedingten Ursprungs: übermässig viel Grünfutter, Verstopfung (Wassermangel, Alter, Darmträgheit), Enteritiden
  • Bakterielle Enteritiden: Yersiniose, Listeriose, Salmonellose, weitere Bakterien möglich, Enteritis infolge einer unsachgemässen Antibiotikabehandlung
  • Parasitäre Enteritiden: Kokzidiose, Kryptosporidiose, Giardiose, selten Helminthosen (Wurmbefall)
  • Rektumprolaps (Mastdarmvorfall): Er kann auf Durchfälle, starkes Pressen (Verstopfung, Geburt) oder Stress folgen. Die Prognose ist vorsichtig zu stellen.
  • Erkrankungen durch das Verschlucken von Haaren: Trichobezoare (Haarballen), Verstopfung, Darmverschluss

Atemwegserkrankungen

Begünstigende Faktoren: Zugluft, unzureichende Belüftung, ungeeignete Luftfeuchtigkeit, Stress

Verantwortliche Keime: Verschiedene Keime sind verantwortlich, darunter Pasteurella multocida.

Klinische Anzeichen: eitriger Nasenausfluss, Fieber, septikämischer Verlauf mit kongestiven und hämorrhagischen Läsionen, Ohrentzündung, Schnupfen, Bindehautentzündung

Weitere bakterielle Erkrankungen

  • Bindehautentzündung
  • Schnupfen
  • Bronchopneumonie
  • Mittelohrentzündung
  • Hirnhautentzündung (Meningitis)

Infos unter: http://www.protection-animaux.com/publications/animaux_de_compagnie/infothek/petits_animaux/chinchillas.pdf