Die Tarife der Tierärzte werfen zahlreiche Fragen, Kritiken, Bemerkungen und anderes auf.

Vor nicht allzu langer Zeit stellte die Gesellschaft der Schweizer Tierärztinnen und Tierärzte ihren Mitgliedern Tabellen mit Tarifvorschlägen zur Verfügung, mit Faktoren, die je nach geografischem Standort der Praxis sowie deren Spezialisierungen, Kompetenzbereichen oder weiteren Stärken variierten.

Diese Tarife waren recht komplex, aber durchdacht und flexibel, ohne verbindlich zu sein, und sie ermöglichten es den Kundinnen und Kunden sowie den Tierärzten, sich zu orientieren, und neu niedergelassenen Praktikern, eine Ausgangsbasis zu erhalten.

Dann griff die Wettbewerbskommission ein und untersagte – zum Wohl der Konsumenten und des Wettbewerbs – diese Angaben zu den Leistungstarifen. Letztlich findet der Konsument nicht mehr, was er sucht, denn es fehlen Referenztarife, und der Tierhalter kann sich nicht mehr über durchschnittliche Tarife informieren.

Denn diese können je nach Tierarzt völlig unterschiedlich ausfallen, und das ist normal. Es ist daher völlig illusorisch, sich bei einem Tierarzt über die üblicherweise angewandten Tarife für diese oder jene Untersuchungen, Eingriffe oder therapeutischen Massnahmen erkundigen zu wollen, denn er kann nur für seine eigene Praxis antworten.

Und Reklamationen wegen Überfakturierung sind unbegründet, da es keine Obergrenze gibt.

Es wäre allerdings sinnvoll, nicht zu vergessen, dass die Wahl eines Tierarztes auch von anderen als finanziellen Faktoren abhängen kann, etwa Standort, Empfang usw., vor allem aber vom Vertrauen und von der guten Beziehung zwischen Kunde, Patient und Tierarzt abhängen sollte.

Zudem sind gewisse Leistungen nicht vergleichbar; beispielsweise ist eine Konsultation zur postoperativen Nachsorge nicht mit einer Notfallkonsultation vergleichbar.

Tierärztliche Honorarnoten mögen auf den ersten Blick manchmal hoch erscheinen, doch sie hängen mit den finanziellen Lasten zusammen, die eine Praxis mit sich bringt, wie jedes andere Unternehmen auch (Mieten, Produkte/Material, Löhne, Weiterbildung, Steuern, Anlagenkontrollen, Abschreibungen usw.).

Es ist wichtig, vorab mit dem Tierarzt über die Kosten und die Bedeutung einer Behandlung oder weiterer Untersuchungen zu sprechen, insbesondere wenn diese über den einmaligen Besuch oder die jährliche Kontrolle mit oder ohne Impfung hinausgehen.

Jede Person ist frei, abzulehnen oder darauf einzutreten. Sie muss dies jedoch klar sagen oder ein Budget festlegen und um erneute Prüfung bitten, falls die Kosten dieses übersteigen. Wir sehen zudem oft Kritik, die damit zusammenhängt, dass der Kunde bisweilen vergisst, dass der Tierarzt im Auftrag und nicht auf Erfolg arbeitet.

Ebenfalls zu beachten ist, dass jeder Tierarzt frei ist, eine Behandlung oder einen Eingriff abzulehnen – ein ebenfalls oft vergessener Punkt.

Die Lebensqualität des Tieres hat oft ihren Preis, und es ist ratsam, im Vertrauen zwischen den verschiedenen Beteiligten zu sprechen, um ihm die bestmögliche zu gewähren und zugleich das Budget des Halters einzuhalten.